Verkauf nach Insolvenz
„Ernsthafte Interessensbekundungen“ für Manroland

Für das insolvente Manroland-Unternehmen scheint es eine Zukunft zu geben - zumindest für Teile der Firma. Der Insolvenzverwalter macht den Mitarbeitern Hoffnung auf einen Verkauf an Investoren.
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AugsburgDie Rettung des Pleite gegangenen Druckmaschinenbauers Manroland rückt nach Ansicht des Insolvenzverwalters näher. Für alle drei Standorte in Augsburg, Offenbach und Plauen lägen inzwischen „ernsthafte Interessenbekundungen vor“, sagte der Neu-Ulmer Wirtschaftsprüfer Werner Schneider, der den Konzern sanieren soll, am Mittwoch. „Unterschrieben ist aber noch nichts.“ Er gab sich zuversichtlich, Manroland bis Ende des Monats verkauft zu haben. Das wäre in Schneiders Interesse: Zum 1. Februar beginnt das eigentliche Insolvenzverfahren, in dem der Verwalter das Unternehmen auf eigene Rechnung weiterführen müsste und ohne das Insolvenzgeld, mit dem das Arbeitsamt derzeit für die Löhne der 6500 Mitarbeiter aufkommt.

Manroland hatte Ende November Insolvenz angemeldet, nachdem der Mehrheitseigentümer Allianz Capital Partners und die ehemalige Muttergesellschaft MAN die Reißleine gezogen hatten und dem seit Jahren defizitären weltweit zweitgrößten Hersteller von Druckmaschinen kein frisches Geld mehr nachschießen wollten. Ein Verkauf an die schweizerische Investmentgesellschaft Capvis war gescheitert.

Die Insolvenz wird voraussichtlich in einer Zerschlagung des Konzerns enden. Der sächsische Standort Plauen, an dem das Dienstleistungs-Geschäft gebündelt ist, werde wohl einem der anderen beiden Werke zugeschlagen, sagte ein Sprecher Schneiders. Der Verkauf der Zeitungsdruckmaschinen-Produktion in Augsburg macht einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge die größten Fortschritte. „Es gibt einen sehr starken Interessenten für Augsburg“, sagte Schneider der Zeitung. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es klappen könnte.“ Dem Bericht zufolge ist der Interessent ein angesehener industrieller Investor aus Deutschland. Aber auch die chinesische Shanghai Electric habe die Fühler nach Augsburg ausgestreckt. Die Chinesen hätten das Interesse am Bogendruckmaschinen-Werk in Offenbach verloren.

Noch im Januar - und damit vor dem Verkauf - will Schneider über einen Stellenabbau bei dem insolventen Konzern entscheiden, wie Reuters aus Unternehmenskreisen erfuhr. Augsburg mit seinen 2400 Beschäftigten dürfte davon am stärksten betroffen sein, da dort die Verwaltung ansässig ist, die bei einer Zerschlagung nicht mehr gebraucht würde. Bei Insolvenzen der Größenordnung von Manroland lassen sich meistens nicht mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze retten.

Die Produktion bei Manroland geht unterdessen reibungslos weiter. Kein Auftrag sei bisher storniert worden, betonte Schneider. Nach dem Orderbestand sei die Produktion auch über das Monatsende hinaus gesichert, Service und Wartung für die Kunden seien ebenfalls nicht beeinträchtigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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