Verkauf von Chrysler
Daimler verliert keine Zeit

Vor einer Woche hat Daimler-Chrysler seine US-Sparte infrage gestellt. Branchenkenner rechneten mit langwierigen Diskussionen über die Zukunft von Chrysler. Doch der Stuttgarter Autobauer drückt aufs Tempo. Der Verkauf nimmt konkrete Formen an.

hz/mm LONDON/FRANKFURT. Die als strategische Berater für eine mögliche Trennung von der US-Sparte Chrysler engagierte Investmentbank JP Morgan hat nach Informationen aus Finanzkreisen bereits mit den Vorbereitungen der Transaktion begonnen. Die Bank könne schon bald Unterlagen an potenzielle Interessenten versenden, wenn Daimler-Chrysler dafür grünes Licht gebe, hieß es. Damit rückt eine erste Angebotsrunde für die US-Sparte noch in diesem Frühjahr näher. Parallel zu einem Verkauf lässt Daimler aber weiter einen Börsengang von Chrysler prüfen. An der Börse zählte die Daimler-Aktie gestern zu den Spitzenreitern im Dax.

In Finanzkreisen wird mit einem großem Interesse an den Unterlagen gerechnet, da vielen Investoren die Gelegenheit nutzen würden, um Einblick in das Chrysler-Geschäft zu nehmen. Mehrere US-Finanzinvestoren hätten sich bereits angemeldet. Gespräche mit Daimler über eine komplette oder teilweise Übernahme der US-Sparte führe bereits der US-Konkurrent General Motors (GM). Neben GM gilt in Stuttgart aber auch der französisch-japanische Autobauer Renault-Nissan als möglicher Verhandlungspartner. Daimler und JP Morgan planen ein Auktionsverfahren für Chrysler, um alle Interessenten zu erreichen.

Offensichtlich herrscht im Daimler-Vorstand aber noch keine klare Linie in Sachen Chrysler. Während ein Teil des Managements aufs Tempo drücke, stehe ein anderer Teil noch auf der Bremse. Die Stimmen im Führungszirkel mehrten sich aber, die für einen Rückzug vom US-Autobauer votierten, hieß es in Unternehmenskreisen.

Sprecher von Daimler und GM wollten die Informationen nicht kommentieren. Der ebenfalls als Interessent gehandelte koreanische Autobauer Hyundai winkte inzwischen ab. Sein Unternehmen erwäge keinen Kauf von Chrysler, da Hyundai selbst genug zu tun habe, sagte ein Hyundai-Sprecher.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte letzte Woche ein hartes Sanierungsprogramm für die US-Sparte vorgestellt, aber auch angekündigt, „weitere strategische Optionen“ zu prüfen. Bislang hatte er eine Trennung stets ausgeschlossen.

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