Verkauf von MTU Friedrichshafen
"MAN ist zu weit weg"

Der Münchener MAN-Konzern hat offenbar kaum noch Möglichkeiten, den Zuschlag zum Kauf der Daimler-Chrysler-Tochter MTU Friedrichshafen zu erhalten. Dies verlautete aus Finanzkreisen. Eine Vorentscheidung steht offenbar kurz bevor.

HB MÜNCHEN. Die Differenz zwischen dem Angebot des Münchener Lkw- und Maschinenbau-Konzerns und den Geboten der zwei Finanzinvestoren könne kaum ausgeglichen werden, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag. „MAN ist zu weit weg“, hieß es in den Kreisen.

Auch das Magazin „Wirtschaftswoche“ berichtete, der Münchener Konzern sei derzeit ohne Chancen. Für den Friedrichshafener Hersteller von Großdieselmotoren bieten neben MAN die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) zusammen mit Dubai Capital und die schwedische EQT, hinter der die Industriellenfamilie Wallenberg steht.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Ein MAN-Sprecher sagte, sein Unternehmen habe noch kein Signal bekommen und könne dies daher nicht kommentieren. MAN war erst vor kurzem überraschend wieder in das Bieterrennen aufgenommen worden, als ein anderer Bieter abgewunken hatte.

Daimler-Chrysler könnte nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person in Kürze entscheiden, ob es mit einem oder zwei Bietern die Verhandlungen fortführt. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, noch am Freitag sollte die Entscheidung für einen der drei Bieter fallen. Die drei Bieter hatten nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen Anfang der Woche bindende Offerten für das Traditionsunternehmen vom Bodensee vorgelegt. Als Favorit galt bisher die Bietergruppe von KKR und Dubai, wogegen sich aber Widerstand in der Belegschaft regt.

Daimler will sich von MTU trennen, um sich auf das Geschäft mit Autos und Nutzfahrzeugen zu konzentrieren. Der erwartete Milliardenerlös könnte die Kosten für einen Stellenabbau bei Mercedes in Deutschland ausgleichen helfen. KKR hatte dem Daimler-Chrysler-Konzern im Jahr 2003 bereits den Münchener Turbinenhersteller MTU Aero Engines abgekauft und an die Börse gebracht.

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