Verkauf von Schwarz Pharma
Familie beschenkt jeden Mitarbeiter mit 10 000 Euro

Die Familie Schwarz-Schütte verkauft ihre Schwarz Pharma an den belgischen Konkurrenten UCB – aber nicht, ohne sich bei ihren Mitarbeitern zu bedanken. Nach Informationen einer Zeitung bekommt jeder Beschäftigte passend zum Weihnachtsfest 10 000 Euro. Besonders dem Senior soll das ein Anliegen gewesen sein.

HB DÜSSELDORF. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in Ihrer Freitagsausgabe schreibt, bekommen die Schwarz-Pharma-Mitarbeiter in dieser Woche die Sondervergütung ausgezahlt. Einzige Ausnahme sei der Vorstand, der leer ausgehe. Insgesamt lasse sich die Familie ihr Dankeschön 42 Mill. Euro kosten, heißt es in dem Bericht. In dieser Höhe hat die Familie dieser Tage eine Einlage in die Gesellschaft geleistet.

Jeder Mitarbeiter, ob die mit weniger als 2 000 Euro im Monat vergütete Bandarbeiterin oder die Führungskraft unterhalb der Vorstandsebene, habe zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, zitiert die Zeitung den 86 Jahre alten Gründer und Ehrenvorsitzenden Rolf Schwarz-Schütte. Der Entschluss sei einstimmig in der Familie gefällt worden.

Mit dem Geld solle der anstehende Verkauf abgemildert werden, heißt es in dem Bericht. Dabei fallen wohl auch Stellen weg. „Als familiengeprägtes Unternehmen fühlen wir uns den Mitarbeitern verpflichtet“, begründete der Sohn und noch amtierende Schwarz-Pharma-Chef Patrick Schwarz-Schütte das Geldgeschenk gegenüber der FAZ

Schwarz Pharma hat 4 200 Mitarbeiter, 1 200 davon in Deutschland. Die Gründerfamilie hatte bis zuletzt die Mehrheit an dem börsennotierten Konzern gehalten, ihn nun aber an den belgischen Pharmakonzern UCB verkauft. Die Übernahme hat ein Volumen von 4,4 Mrd. Euro.

UCB hat sich 67 Prozent gesichert

Einen Tag vor Ablauf des Übernahmeangebots kommt UCB einer Dreiviertel-Mehrheit am Monheimer Arzneimittelhersteller näher. 67,07 Prozent der Schwarz-Pharma-Aktien seien angedient worden, teilte UCB am Freitag in einer Finanzanzeige mit. Die Offerte läuft am Freitag um 24 Uhr aus. Der Löwenanteil der Aktien kommt von der Eigentümerfamilie Schwarz-Schütte, die Anfang der Woche ihre 59 Prozent abgegeben hatte. Auch die Investoren Schroders und Capital Research and Management, die zusammen 7,9 Prozent besitzen, wollten nach früheren Angaben aussteigen.

UCB hatte sich nicht auf eine Beteiligungsquote festgelegt. Das Unternehmen sei aber zuversichtlich, sich bis zum Ende der Annahmefrist mehr als 75 Prozent an Schwarz Pharma gesichert zu haben, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Dennoch plane UCB weder einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, für den 75 Prozent nötig werden, noch einen Zwangsausschluss der restlichen Aktionäre, für den der Mehrheitseigner 95 Prozent bräuchte. „UCB kann unter allen Szenarien operieren, ohne einen Beherrschungsvertrag abzuschließen und ohne einen Squeeze-Out zu machen“, sagte der Sprecher.

Anleger, die auf eine Aufstockung der Offerte oder auf eine höhere Abfindung hoffen, hatten den Kurs der Schwarz-Aktie bis auf 94,93 Euro getrieben. UCB bietet 50 Euro in bar und 0,8735 ihrer Aktien für jedes Schwarz-Pharma-Papier.

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