Verkauf von Tochterfirmen
Baukonzern Heitkamp steht vor Rosskur

Mit dem Verkauf von Tochtergesellschaften und einem massiven Stellenabbau geht der angeschlagene Baukonzern Heitkamp-Deilmann-Haniel (HDH) seine Sanierung an. Ohne diese Maßnahme könnte die Insolvenz drohen.

HB ESSEN/HERNE. Mit den Erlösen aus dem Verkauf zweier Tochterunternehmen könnten die Sozialpläne bezahlt und die Sanierung durchfinanziert werden, sagte Geschäftsführer Jochen Rölfs am Donnerstag. Er bestätigte damit Medienberichte über aufgetretene Zahlungsnöte des Unternehmens. Er bezeichnete die Lage aber keineswegs als dramatisch. „Es ist bekannt, dass sich der Konzern in einer Restrukturierungsphase befindet“, betonte Rölfs.

Trennen will sich der fünftgrößte deutschen Baukonzern mit derzeit 7000 Beschäftigten und 850 Millionen Euro Umsatz von einer kanadischen Tochterfirma und einem deutschen Beton- und Fertigteilewerk. Betroffen von der Maßnahme sind insgesamt gut 1500 Beschäftigte. Am Ende der Sanierung sollen Rölfs zufolge knapp 500 Millionen Euro Bauleistung und 5000 Mitarbeiter übrig bleiben.

Der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe) zufolge muss sich das Unternehmen von weiten Teilen des Geschäfts trennen und Mitarbeiter entlassen, um eine Insolvenz abzuwenden. Die Liquidität sei sehr angespannt, aber die Existenz der Firma nicht bedroht, sagte Rölfs dem Blatt. In der Branche wird spekuliert, dass die Gruppe das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust vor Steuern von 13 Millionen Euro abschließt.

Das „Manager Magazin“ berichtete ebenfalls von einem zweistelligen Millionenverlust. Wie das Magazin weiter berichtete, schwächele HDH nach einem Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger nicht nur im Kernbereich Bau, sondern auch in seiner zweiten Säule, dem Bergbaudienstleister Deilmann-Haniel.

Schon im kommenden Jahr will Rolfs HDH in die Gewinnzone führen. Für die Misere machte er neben der Baukonjunktur auch Managementfehler verantwortlich. Der Wirtschaftsprüfer, der bereits in die Sanierung von Borussia Dortmund involviert war, hatte vor kurzem Gerhard Gördes an der Spitze des Baukonzerns aus Herne abgelöst.

Erst im Frühjahr hatte die Augsburger Walter Bau Insolvenz anmelden müssen. Große Teile waren an die Strabag gegangen. Im vergangenen Jahr hatte HDH noch versucht, die Stuttgarter Ed. Züblin zu übernehmen und damit einen großen Baukonzern zu schmieden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%