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Verkauf von Zigaretten: Tabakindustrie macht Front gegen Quasi-Kriminalisierung von Rauchern

exklusiv Die EU-Kommission will den Verkauf von Zigaretten nur noch in Einheitsverpackungen und unter der Ladentheke zulassen. Die Tabakindustrie zittert deshalb um ihre Geschäfte.

Die Produktion der Zigarettenfabrik Johann Wilhelm von Eicken GmbH in Lübeck. Quelle: ZBSP
Die Produktion der Zigarettenfabrik Johann Wilhelm von Eicken GmbH in Lübeck. Quelle: ZBSP

BrüsselDie Tabakindustrie macht gegen den Versuch Brüssels mobil, den Verkauf von Zigaretten drastisch zu erschweren. „Die EU hat sich in Sachen Tabakregulierung meilenweit von der Stimmung der Konsumenten entfernt. Die geplanten Regulierungen haben keinen Einfluss auf das Konsumverhalten, verstoßen aber gegen elementare Marken- und Eigentumsrechte“, sagte Richard Gretler, Vorstandssprecher der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH, dem Handelsblatt.

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Als Beleg führt der Konzern eine repräsentative Emnid-Umfrage an. Derzufolge beeinflussen Warnhinweise auf Zigarettenpackungen das Verhalten der meisten Raucher nicht. Fast neun von zehn der befragten 1007 Raucher (88 Prozent) gaben an, ihr Umgang mit dem Glimmstengel habe sich seit Einführung schriftlicher Warnhinweise im Jahr 2003 nicht verändert.

Auch weitere Einschränkungen bei der Verpackungsgestaltung und Präsentation von Tabakprodukten im Handel werden der von Reemtsma in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge kaum Einfluss auf die Gewohnheiten der Konsumenten haben. So führten bei 86 Prozent der befragten Raucher einheitliche schwarz-weiße Verpackungen nicht zu einer Reduzierung ihres Tabakkonsums. Dasselbe gilt für 82 Prozent der Befragten auch bei einer Verbannung von Zigaretten unter die Ladentheke.

Die Pläne Brüssels zur Reform der bestehenden Tabakrichtlinie sehen unter anderem vor, EU-weit bildliche Warnhinweise mit abschreckenden Motiven einzuführen und die Größe der Warnhinweise auf bis zu 100 Prozent der Packungsoberfläche zu erhöhen. Die Hersteller könnten zudem dazu verpflichtet werden, alle Tabakprodukte in Einheitsverpackungen zu vermarkten. Zudem erwägt die Kommission, die Präsentation von Tabakwaren am Verkaufsort komplett zu verbieten und ein umfassendes Verbot von Inhaltsstoffen zu erlassen. „Tabak führt zu Erkrankungen und Leiden unserer Bürger und verursacht vermeidbare Gesundheitsausgaben für die europäischen Staaten“, sagt John Dalli, der für Gesundheit und Verbraucher zuständige EU-Kommissar. In der Öffentlichkeit erntet er damit enorme Resonanz. An der öffentlichen Konsultation, die den Gesetzgebungsplänen vorausgeht, haben sich 85 000 Bürger und Interessengruppen beteiligt – soviel wie nie zuvor. Dabei überwiegt die Skepsis hinsichtlich Sinn und Nutzens der geplanten Regulierung.

  • 29.07.2011, 09:06 UhrAnonymer Benutzer: Vancouver

    ist auch hoechste Zeit dass der Druck auf die Tabakindustrie verstaerkt wird. Aber drogensuechtige und deren Dealer und Pusher werden immer uneinsichtig bleiben!
    Kanada hatte schon vor ueber 15 Jahren das Ziel der raucherfreien Gesellschaft beschlossen.
    Rauchen in Restaurants, Bars, Pubs, Bueros, Flughaefen, Parks und sogar Straende uneingeschraenkt verboten. Keine Raucherzonen, Raucherraeume. Im Umkreis von 6 meter eines Gebaeudeeingangs Rauchen verboten.
    Wer rauchen will, darf sich in der Tiefgarage zu den anderen qualmenden Genossen namens Auto gesellen.
    .
    Keine Kneipen, Restaurants oder Pubs sind durch diese Massnahmen pleite gegangen. Auch die Raucher kommen;...aber ohne Glimmstengel.

  • 29.07.2011, 04:22 UhrAnonymer Benutzer: Ruds

    Schafft doch Brüssel ab; Die haben doch nur Blödsinn im Kopf.
    Die eigentlichen Aufgaben; Dafür zu sorgen daß die Staaten die Mastrich - Kriteien einhalten ist wohl für diese Bürokraten die für nichts ein schweine Geld kassieren ja zu schwierig.

  • 28.07.2011, 18:18 UhrKommissar

    Typisch EU: Regulierungswut auf der einen Seite, wo der Bürger auch für sich selbst entscheiden kann.

    Und dort, wo eine einheitliche Linie wirklich wünschenswert wäre, z. B. in der Steuer- und Rentenpolitik, da schafft man - nichts!

    Am Ende wird dann über EU- und Politikverdrossenheit im allgemeinen gejammert.

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