Verkaufsangebot der Styrol-Sparte ausgeweitet
BASF bietet größeren Teil des Kunststoffgeschäfts an

Der Chemiekonzern BASF will sich von einem größeren Teil seines Styrol-Kunststoffgeschäfts trennen als bislang geplant. Schon seit einem Jahr versucht der Chemiekonzern die Sparte zu verkaufen - bislang ohne Erfolg. Nun hat BASF sein Angebot aufgehübscht. Doch der Verkauf könnte sich weiter hinziehen.

HB FRANKFURT. Nun solle auch das Geschäft mit Styrol-Copolymeren verkauft werden, die etwa in der Automobil- und Elektroindustrie zum Einsatz kommen, teilte BASF mit. Damit will der Konzern die schon seit einem Jahr zum Verkauf stehende Sparte attraktiver für Käufer machen. Das Styrol-Geschäft kam 2007 mit etwa 1600 Beschäftigten insgesamt auf vier Mrd. Euro Umsatz. BASF selbst will sich im Geschäft mit Kunststoffen auf Styrol-Basis auf Schaumstoffe für die Bau- und Verpackungsindustrie konzentrieren.

Styrol ist eine Chemikalie, die vor allem zu Herstellung von Kunststoffen wie Polystyrol und ABS dient, die in der Büro- und Informationstechnik, in Kühlgeräten, Haushalts- und Küchengeräten sowie der Automobilindustrie eingesetzt werden. Bislang hatte BASF Styrol-Geschäfte mit etwa 3,5 Mrd. Euro Umsatz zum Verkauf gestellt. Mit den Copolymeren - dazu gehören Anlagen in Ludwigshafen und in Schwarzheide - kommen nun rund 500 Mill. Euro hinzu. Die zu verkaufende Sparte soll zudem bis Januar neu organisiert werden. Wie ein Sprecher sagte, tragen Copolymere erheblich zur Wertschöpfung im Geschäft mit Styrol bei. Das mache die Sparte attraktiver für Käufer. Zudem sei BASF zu der Einschätzung gekommen, dass das Geschäft mit Styrol-Copolymeren den langfristigen Renditeanforderungen des Konzerns nicht mehr entspreche. Gleichwohl seien die Copolymere profitabel.

Zum Verkaufsprozess, der sich seit über einem Jahr hinzieht, hielt sich BASF bedeckt. "Wir verhandeln weiter mit einem potenziellen Käufer", sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. BASF hatte eigentlich vorgehabt, den Verkauf bis Mitte des Jahres über die Bühne zu bringen, den Zeitplan aber später verworfen. Vorstandschef Jürgen Hambrecht sagte unlängst, BASF habe keine Eile. Er wolle keinen Abschluss, der dem Wert nicht entspreche.

Nach Einschätzung der DZ Bank könnte BASF einen Preis von 900 Mill. bis 1,3 Mrd. Euro erzielen. Allerdings sei es nicht leicht, ein so großes Massenchemikalien-Geschäft zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen. "Wir rechnen damit, dass das Geschäft zuerst von BASF aufpoliert wird und dann im ersten Halbjahr 2009 verkauft wird", kommentierte die Bank.

Als einer der Kaufinteressenten gilt nach Medienberichten der Petrochemiekonzern LyondellBasell. Vor einigen Jahren hatten BASF und Shell ihr Kunststoff-Joint-Venture Basell an die Investmentgesellschaft Access Industries verkauft. Durch Übernahme des US-Chemiekonzern Lyondell wurde aus Basell vor wenigen Monaten LyondellBasell.

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