Verkaufseinbußen im Juni
Probleme in den USA bremsen BMW

Die Talfahrt des US-Automarktes lässt die Verkaufszahlen von BMW absacken. Im Juni fiel der Absatz nach Angaben von Montag weltweit auf 146 138 Fahrzeuge, drei Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In einigen Regionen konnten die Münchener aber auch kräftig zulegen.

HB MÜNCHEN. Die USA, der größte Automobilmarkt der Welt, sind für die Münchner der wichtigste Einzelmarkt. Dort verkaufen sie gut ein Fünftel ihrer Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Um die Marktschwäche abzufedern, will der Konzern Boom-Regionen wie Osteuropa oder Asien weiterhin bevorzugt bedienen. Dank der Zuwächse dort legte der Absatz im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf den Rekordwert von 764 874 Autos zu.

In den Vereinigten Staaten verzeichnete BMW von Januar bis Ende Juni ein Minus von vier Prozent. Damit habe man "deutlich besser als der Gesamtmarkt" abgeschnitten, der um zehn Prozent auf 7,5 Mill. Autos zurückging. Im Juni gab der US-Absatz von BMW sogar um elf Prozent nach: Während die Kernmarke um 17 Prozent einbrach, legten die Mini-Verkäufe um 25 Prozent zu.

Ein Sprecher verwies auf die explodierenden Spritpreise. "Der Mini erlebt einen Boom, weil der Verbrauch eines Autos jetzt stärker wahrgenommen wird." Viele Kunden tauschten spritschluckende Geländewagen oder Pick-ups gegen kleinere Modelle. Vor allem die Mini-Kombiversion Clubman laufe sehr gut. Auch Konkurrent Daimler profitierte im Juni vom Erfolg des Kleinwagens Smart, während die Marke Mercedes-Benz stagnierte.

BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson bekräftigte, im gesamten Jahr wolle der Konzern mehr als 1,5 Mill. Autos verkaufen. In den USA soll der Absatz mindestens das Vorjahresniveau von 335 840 Fahrzeugen erreichen. "Wir halten aus heutiger Sicht an dem sehr ambitionierten Ziel fest", sagte der Sprecher. Allerdings sollen vom US-Markt weitere Fahrzeuge abgezogen und dort verkauft werden, wo sie höhere Deckungsbeiträge abwerfen. Vorstandschef Norbert Reithofer, der den Konzern auf Rendite trimmt, hatte bereits angekündigt, Modelle wie die Geländewagen X6 und X5 lieber nach Russland oder China zu liefern. Auch der Sportwagenbauer Porsche greift zu solchen Maßnahmen.

In den USA machen BMW auch sinkende Gebrauchtwagenpreise zu schaffen. Wegen geringerer Verkaufserlöse für Leasingautos und höherer Rückstellungen für Kreditausfälle stockte der Konzern im März die Risikovorsorge um 236 Mill. Euro auf. Der Sprecher sagte, BMW habe im Mai die Leasingraten leicht erhöht und im Juni die Preise für BMW angehoben. Der Konzern baut seine Produktionskapazität im Werk Spartanburg derzeit von 160 000 auf 240 000 Autos pro Jahr aus.

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