Verkaufserfolg von Prilosec hat kaum Auswirkung
Schwarz Pharma schaltet bei Gewinnprognose zurück

Der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma wird seine Gewinnprognose deutlich unterschreiten und deshalb in den nächsten Wochen einen stark reduzierten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr vorlegen. Grund dafür ist die unerwartet starke Konkurrenz für das Magenmedikament Omeprazol.

HB DÜSSELDORF. „Die neue Prognose wird deutlich unter der bisherigen Prognose von 250 Mill. € Gewinn liegen“, sagte eine Schwarz-Pharma-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die neue Prognose soll spätestens bis zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum dritten Quartal am 27. Oktober vorliegen.

Nach der Ankündigung brach der Kurs der Schwarz Pharma-Aktie ein und weitete seine vorherigen Verluste von rund sechs Prozent auf zeitweise über 18 % aus. Am Nachmittag lag das im Index MDax für Nebenwerte notierte Papier mit 19,90 € noch um über neun Prozent im Minus. Ende Juli hatte der Kurs noch bei über 40 € notiert. Die Schwarz Pharma-Aktie hatte zu Höhenflügen angesetzt, nachdem das Monheimer Unternehmen Ende vergangenen Jahres als erstes ein Nachahmerprodukt für den Kassenschlager Prilosec des Konkurrenten AstraZeneca in den USA auf den Markt gebracht hatte.

Dem Höhenflug waren in den vergangenen Wochen gleich mehrere Kurseinbrüche gefolgt. Der erste wurde Anfang August durch die Ankündigung des US-Wettbewerbers Mylan Laboratories ausgelöst, trotz eines schwebenden Verfahrens mit Astra-Zeneca ebenfalls das Generikum Omeprazol in den USA zu verkaufen. Daraufhin hatte Schwarz Pharma seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bereits in Frage gestellt. Weitere Konkurrenz folgte noch im August durch den Pharmakonzern Novartis, der ebenfalls mit einem Nachahmerprodukt für Prilosec auf den Markt kam. Mit rund sechs Mrd. Dollar Jahresumsatz gehörte das AstraZeneca-Original Prilosec früher zu den verkaufsstärksten Medikamenten weltweit.

Nun sorgte der US-Konsumgüterkonzern Procter und Gamble (P&G) bei Investoren mit der Ankündigung vom Vorabend für Unruhe, der Verkaufsstart der eigenen rezeptfreien Prilosec-Version sei glänzend gelaufen. In der ersten Woche seien in den USA bereits hunderttausende Packungen Prilosec OTC an den Mann gebracht worden, hieß es.

„Der Verkaufserfolg ist für uns nicht überraschend“, sagte die Schwarz-Pharma-Sprecherin zu der Mitteilung von P&G. Der offensichtliche Erfolg von Procter & Gamble werde aber Einfluss auf den Geschäftsausblick von Schwarz Pharma haben. „Das wird keinen signifikanten, aber es wird einen Einfluss haben, ganz klar“, sagte die Sprecherin. Im Juni hatte der Monheimer Arzneihersteller nach der US-Zulassung der rezeptfreien Prilosec-Version seine Ergebnisprognose für 2003 zunächst noch bekräftigt.

Analysten sagten am Dienstag, es sei noch nicht klar, wie stark die Gewinnprognose von Schwarz Pharma reduziert werde. „Im Moment ist die Frage wie deutlich ´deutlich´ ist“, sagte Sal. Oppenheim-Analyst Peter Duellmann. „Es sieht so aus, als ob der Markt eine Gewinnprognose von unter 200 Mill. € erwartet, was drastisch wäre, da viele die Prognose von 250 Mill. zunächst als konservativ eingestuft hatten.“

„Die Zukunftsstory von Schwarz Pharma ist angekratzt“, begründete Pharmaanalyst Roman Nagel von der BHF-Bank den Kurseinbruch. Viele Projekte in der Entwicklungs-Pipeline von Schwarz Pharma benötigten den „Cash-Flow“ durch Omeprazol.

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