Verkaufsgerüchte
Händler greifen GM wegen Opel an

Im Ringen um eine Zukunft von Opel wächst der Ärger über das Vorgehen des Mutterkonzerns. Die deutschen Händler fordern ein öffentliches Bekenntnis von GM, damit weiterer Schaden vermieden werde.
  • 0

FrankfurtDer Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), der rund 40.000 Händler und Werkstätten vertritt, übt massive Kritik an General Motors. Das Schweigen der Amerikaner zu den Verkaufsgerüchten um die deutsche Tochter Opel „erschüttert zum einen das Vertrauen des Handels und der Mitarbeiter der Adam Opel AG in die Konzernmutter“, sagte der ZDK-Präsident Robert Rademacher dem Handelsblatt. Zum anderen drohten auch potenzielle Käufer durch solche Gerüchte verunsichert zu werden. GM sollte darum so schnell wie möglich ein „öffentliches Bekenntnis“ zu Opel ablegen.

Nach Medienberichten über angebliche Verkaufspläne hatte GM für Unruhe gesorgt, weil der Konzern bis heute auf ein klares Dementi verzichtet hat. Intern versicherte GM-Boss Dan Akerson Opel zwar, dass es aktuell keine Verkaufsgespräche oder Kontakte mit anderen Herstellern gebe. Einen Treueschwur für die Zukunft gab es aber nicht: Akerson hält sich für die Zukunft alle Optionen offen.

Die Opel-Händler müssten dennoch nicht um ihre Zukunft bangen, glaubt Rademacher. Die Opel-Händler seien bereits durch „ein Stahlbad“ gegangen und hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass Opel sich allen Widrigkeiten zum Trotz auf dem Markt behaupten konnte. „Dabei wird es auch bleiben, ob im GM-Konzern oder notfalls auch anderswo“, glaubt der ZDK-Präsident.

Für viele Händler in Deutschland ist die neue Ungewissheit über die Zukunft von Opel ein Rückschlag auf dem Weg der Erholung. Die rund 40.000 Händler und Werkstattbetriebe werden im laufenden Jahr nach Einschätzung von Rademacher insgesamt „eine Umsatzrendite von etwa zwei Prozent erreichen können - das wäre das beste Ergebnis seit mehr als zehn Jahren“. Der Konzentrationsprozess der Branche gehe jedoch unvermindert weiter. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der selbstständigen Unternehmen in den nächsten zehn Jahren auf 5.000 halbieren wird“, sagte Rademacher. „Hingegen wird die Zahl der Betriebsstätten in diesem Zeitraum von derzeit 19.000 nur um etwa 20 Prozent auf 15.000 bis 16.000 sinken.“

Der 71-Jährige Rademacher kandidiert am kommenden Mittwoch auf der Mitgliederversammlung des ZDK erneut als Präsident des wichtigsten Verbandes. Die Wiederwahl des Kölners für drei weitere Jahre an die Spitze der ZDK gilt dabei als Formsache. Ein Gegenkandidat tritt nicht gegen Rademacher an.

Kommentare zu " Verkaufsgerüchte: Händler greifen GM wegen Opel an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%