Verkaufsgespräche
Finanzinvestoren begutachten Chrysler

Auf dem Genfer Autosalon trifft sich die Szene. Mit dabei sind dieses Mal auch kapitalkräftige Finanzinvestoren. Sie zeigen Interesse am schwächelnden US-Autobauer Chrysler. Dagegen haben die meisten Konkurrenten schon abgewunken. Von einem Autokonzern kommen allerdings schwer zu deutende Signale.

HB GENF. Der bereits bei der Deutschen Telekom engagierte US-Finanzinvestor Blackstone prüfe ein Übernahmeangebot für die amerikanische Tochter von Daimler-Chrysler, sagte eine mit der Lage vertraute Person am Dienstag. Einem Bericht der US-Zeitung „Detroit News“ zufolge hat auch der Finanzinvestor Cerberus seine Fühler ausgestreckt und die Möglichlkeiten einer Übernahme von Chrysler mit dem Management des Autobauers am Rande des Genfer Autosalons diskutiert.

Mögliche Partner oder Kaufinteressenten für Chrysler aus der Branche werden dagegen immer rarer. Der französische Autobauer Peugeot Citroen zeigte Daimler-Chrysler in Genf die kalte Schulter. Peugeot-Chef Christian Streiff sagte, das Management habe momentan keine Zeit, ein Angebot für Chrysler ernsthaft zu prüfen. Generell wäre solch ein Schritt aber nicht dumm, fügte Streiff hinzu. Andere europäische, südkoreanische, japanische und chinesische Autobauer hatten schon zuvor ein Interesse an Chrysler dementiert.

Der Finanzinvestor Blackstone sei auf Daimler-Chrysler zugegangen und habe zur Vorbereitung eines Angebots Einblick in die Bücher von Chrysler bekommen, sagte die mit der Situation vertraute Person. Eine Offerte für den unter einen unattraktiven Modellpalette, hohen Rabatten und Produktionskosten leidenden Hersteller sei aber nicht sicher, hieß es. Im Laufe der Woche sei ein Treffen mit Chrysler-Managern geplant. Blackstone wollte sich dazu nicht äußern.

Auch DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche wollte keine Einzelheiten zu den Verkaufsüberlegungen preisgeben. Er hatte eine Abtrennung Mitte Februar nach einem abermaligen Verlust der US-Tochter selbst ins Spiel gebracht. Er glaube an den jüngsten Sanierungsplan, der Chrysler 2008 in die Gewinnzone führen und ab 2009 eine Umsatzrendite von 2,5 Prozent ermöglichen soll. „Wir werden nicht bis zum Jahr 2009 warten, um zu Entscheidungen zu kommen“, sagte er und fügte hinzu, die Sanierung sei auf gutem Wege. Chrysler will – Verkauf hin oder her – 13 000 Stellen streichen und die Kosten um 1 600 Dollar pro Auto senken.

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