Verkaufsprozess kommt in Gang
Gardena holt sich Investmentbanker ins Haus

Der führende Gartenspezialist Gardena sucht bei der Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens Hilfe bei Investmentbanken.

mwb STUTTGART. „In den nächsten Tagen werden verschiedene Investmentbanken eingeladen, Angebote zur Beteiligung am Prüfprozess abzugeben“, teilte Gardena-Chef Martin Bertinchamp am Montag den Mitarbeitern in einem Schreiben mit, das dem Handelsblatt vorliegt. Damit rückt ein möglicher Verkauf des Unternehmen näher. Darüber hinaus würde Gardena in naher Zukunft Gespräche mit potenziellen Interessenten führen.

Der schwedische Gardena-Hauptanteilseigner Industri Kapital Fonds will von den Investmentbankern zunächst prüfen lassen, ob das Unternehmen an einen strategischen Investor, an einen Finanzinvestor verkauft wird oder an die Börse gebracht. Es seien noch keine Vorentscheidungen gefallen, betonte Bertinchamp in dem Schreiben. Der Gardena-Chef hatte sich zuletzt allerdings für einen Börsengang ausgesprochen. Der Vorstand sei eng in die laufenden Prozesse eingebunden, betonte er in dem Schreiben.

Das schwedische Beteiligungsunternehmen übernahm 2002 rund 88 Prozent der Anteile von den Firmengründern Werner Kress und Eberhard Kastner. Der Kaufpreis soll damals bei 330 Mill. Euro gelegen haben. Die restlichen Anteile gehören dem Gardena-Management.

Als industrielle Interessenten gelten unter anderen Bosch, Electrolux und Husqvarna. Bosch wollte sich nicht zum Thema äußern. Der weltgrößte Autozulieferer verfügt in seiner Elektrowerkzeugsparte auch über einen Produktbereich Garten, der im zurückliegenden Jahr seinen Umsatz um 15 Prozent auf 143 Mill. Euro steigerte. Bosch stellt unter anderem Elektro-Rasenmäher, Heckenscheren, Häcksler, Hochdruckreiniger und Rasentrimmer her.

Heißer Sommer beflügelt Geschäft

Gardena erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005 (30. September) einen Umsatz von 393 Mill. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten von 45,5 Mill. Euro. Die Hälfte des Umsatzes erzielt Gardena mit Bewässerungstechnik für Privatgärten.

Der heiße Sommer dürfte das Geschäft von Gardena deutlich beflügelt haben. Dem Weltmarkt für Gartengeräte wird von Experten in den nächsten Jahren ein Wachstum von durchschnittlich um drei Prozent zugetraut. Der europäische Markt, der mehr als die Hälfte des Weltmarktes ausmacht, wuchs 2005 aufgrund des günstigen Wetters um fünf Prozent.

Das gesamte Vorgehen bei Gardena wird in der Branche allerdings kritisch gesehen. Spekulationen über einen Verkauf des Unternehmens waren bereits im Juni aufgekommen. Es gibt ein gewisses Unverständnis darüber, warum der schwedische Investor so lange braucht, eine grundsätzliche Entscheidung überVerkauf oder Börsengang zu fällen.

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