Verkaufsstart im Herbst
Mit dem Golf-Design spielt man nicht

VW setzt auch bei der fünften Generation seines Erfolgsautos auf Kontinuität und erspart den Kunden Überraschungen. An seinen Verkaufszahlen wird weiter der Erfolg der Marke gemessen.

FRANKFURT. Die Marke „Golf“ bezeichnet eine Autoklasse, er muss herhalten zur Beschreibung einer Generation und er bringt einen Großteil der Gewinne in die Kasse von Europas größtem Autokonzern. Im Herbst kommt die neueste Version – die fünfte – zu den Händlern. Die Erwartungen des Unternehmens und der weltweiten Fan-Gemeinde sind groß. Mehr als 22 Millionen Mal haben sich Käufer in den vergangenen drei Jahrzehnten für dieses Auto entschieden: Der Golf ist zeit- und klassenlos.

Eine Tradition, die verpflichtet, eine Tradition, die wenig Raum für Experimente lässt. Während die Konkurrenz seit den 70ern immer wieder große Designsprünge in der Golf-Klasse gewagt hat – beispielsweise Renault beim neuen Mégane, Ford beim Wechsel von den Escort- Modellen zum Focus oder Opel bei dem für 2004 angekündigten Astra – setzt VW beim Golf auf Kontinuität. Die neue Silhouette des Golf V ist selbst auf einige Entfernung sofort als Golf erkennbar.

„Das Wichtigste ist, das angestammte Golf-Publikum nicht zu verschrecken und dennoch den Zeitgeist widerzuspiegeln“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research an der FH Gelsenkirchen. Ähnlich argumentiert VW: „Wenn jeder Golf-Fahrer wieder einen Golf kauft, ist die Nachfrage groß genug“, heißt es in Wolfsburg.

Wie wichtig das Auto für den VW-Konzern ist, belegen zwei Zahlen, die Analysten der WestLB errechnet haben: Mehr als jedes dritte verkaufte Auto der Marke Volkswagen ist ein Golf, rund ein Fünftel der aus dem Autogeschäft stammenden Erträge des Konzerns hat der Bestseller in den vergangenen zehn Jahren eingefahren – wenn auch mit stark abnehmender Tendenz. Durch die Ausweitung der Modellpalette sinkt zwar die Abhängigkeit des VW-Konzerns von ihrem Erfolgsmodell, an seinen Verkaufszahlen wird jedoch weiter der Erfolg der Marke gemessen.

Um diesen zu garantieren, ist der Golf wie schon bei den vorhergehenden Modellwechseln weiter gewachsen: Er ist um 2,5 cm breiter, rund 4 cm höher und knapp 6 cm länger geworden. Dadurch entsteht mehr Platz im Innenraum und das Fassungsvermögen des Kofferraums wächst auf 347 Liter. Damit fährt der Neue der Konkurrenz nicht unbedingt davon, liegt aber mit an der Spitze. Verpackt wurden die neuen Maße in ein Blechkleid, das bei aller Familientreue bulliger und dynamischer wirkt als seine Vorgänger.

Doch wegen der Schönheit allein wurde der Golf noch nie gekauft, sondern wegen seiner Fahreigenschaften. Die hat VW weiter optimiert: Neu im Golf V sind eine hintere Mehrlenkerachse, die die alte Verbundlenkerachse ersetzt. Vorteil: Das Auto ist stabiler gegenüber Quer- und Längskräften, was die Fahrqualität verbessert. Von seinen großen Brüdern und Schwestern im Konzern hat das Auto auch mehr Lenkkomfort geerbt: Eine elektromechanische Servolenkung passt sich den wechselnden Geschwindigkeiten an und garantiert ein exakteres Geradeauslaufen – verspricht zumindest VW.

Ein neuer 2 Liter Vierventil-Vierzylinder mit 140 PS und Sechs- Gang-Getriebe sowie ein 1,6 Liter Benzin-Direkteinspritzer mit 115 PS werden zum Verkaufsstart ebenso angeboten wie ein 75-PS-Benziner und 105-PS-Diesel. Die richtigen Kraftprotze werden später auf den Markt kommen. Bis Mitte 2005 werden eine ganze Reihe von Familienmitgliedern folgen. „Der Golf bedient die Stammkundschaft, mit den Varianten werden neue Kundengruppen angesprochen“, beschreibt Dudenhöffer die VW-Strategie. Neben dem normalen Drei-und Fünftürer ist eine Hochvariante à la Peugeot geplant sowie ein Cabrio und schließlich auch eine geländegängige Version.

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