Verkaufsverhandlungen
BAE feilscht um Airbus-Anteilspreis

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems erhöht den Druck in den Verkaufsverhandlungen um seinen Anteil am Flugzeughersteller Airbus. BAE Systems erwägt, seine Option für einen Verkauf seines Airbus-Anteils an EADS zu ziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

MÜNCHEN. Der Vereinbarung zufolge muss EADS den 20-Prozent-Anteil übernehmen, wenn die Briten ihre Optionen ausüben. „Das Ergebnis ist offen“, heiß es bei EADS. Der Konzern würde bei einer Übernahme der Anteile zum Alleineigentümer des Flugzeugherstellers. Über die Verhandlungen wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Zeitpunkt für die Ankündigung überrascht nicht. Bereits im April hatten die Briten erklärt, dass sie sich aus dem Flugzeugkonsortium zurückziehen wollen. Seit der Gründung von EADS im Jahr 2000 zeichnete sich ab, dass Deutsche und Franzosen den Ton bei Airbus angeben. Die Briten wurden Juniorpartner, obwohl sie rechtlich noch über das Airbus Shareholder Committee in die Entscheidungen eingebunden sind. Ein Abkommen aus dem Jahr 2001 sichert BAE eine Put-Option zum Verkauf der Anteile an EADS zu, die jeweils zum 1. Mai eines Jahres gezogen werden kann. „Dieser Schritt ist eine Möglichkeit sicherzustellen, dass wir die Verhandlungen rechtzeitig zum Abschluss zu bringen“, sagte ein BAE-Sprecher.

EADS-Finanzvorstand Hans-Peter Ring zufolge haben nun beide Parteien zwei Monate Zeit, mit Hilfe von Investmentbanken den Preis für die Anteile festzulegen. Gelingt dies nicht, muss eine andere Investmentbank als Schlichter auftreten.

Doch während an der Absicht von EADS die Anteile erwerben zu wollen, kein Zweifel besteht, gehen beim Preis für das Aktienpaket die Meinungen noch weit auseinander. „Selbstverständlich wollen die Briten einen astronomisch hohen Preis erzielen, und selbstverständlich wollen wir einen fairen Preis bezahlen“, sagte jüngst Tom Enders, Co-Vorstandschef von EADS. Der Luftfahrtkonzern hatte bei der Vorlage seiner Jahresbilanz im März den Wert des Aktienpaketes auf 3,5 Mrd. Euro beziffert. Analysten halten einen Preis von 5,5 Mrd. Euro für realistisch. Immerhin hat Airbus Aufträge in Rekordhöhe von 220 Mrd. Dollar im Rücken und ist mit einer Umsatzrendite von über zehn Prozent profitabler als Konkurrent Boeing.

Der Kauf der Anteile sollte für EADS keine größeren Schwierigkeiten darstellen. Mit derzeit 5,5 Mrd. Euro flüssigen Mitteln sieht sich Finanzchef Ring in einer komfortablen Position, da die Masse der Entwicklungskosten für den Riesenairbus A380 und den Militärtransporter A400 M bereits verbucht sind. Da ab dem kommenden Jahr die Auslieferung des A380 in großen Stückzahlen beginnt, dürfte sich der Barmittelbestand ab 2007 noch einmal kräftig erhöhen, sagt Ring. Unsicherheiten bleiben aber noch im Bezug auf die angekündigten Änderungen für die A350, die bis zum Sommer überarbeitet werden soll. Dennoch: Ring muss die Briten nicht unbedingt in bar auszahlen, auch Aktien wären denkbar.

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