Verkehrstechnik-Konzern
Vossloh wächst in der Flaute

Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh hält unbeirrt an seinen Wachstumsplänen fest. Die Entscheidung für eine Bestätigung der Planungen 2009 und 2010 fiel, nachdem Vossloh die ambitionierten Ziele für das abgelaufene Jahr übertroffen und ein neues Rekordergebnis eingefahren hatte.

HB DÜSSELDORF. Der Bahntechnikkonzern Vossloh will inmitten der Wirtschaftskrise sein Wachstum auch mit Zukäufen vorantreiben. „Wir befassen uns kontinuierlich mit potenziellen Akquisitionsprojekten“, sagte Vorstandschef Werner Andree am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Das Unternehmen sei auf der Suche nach weiteren Produkten und Dienstleistungen. Den finanziellen Spielraum bezifferte er auf 500 Mio. Euro.

2008 steigerte Vossloh seinen Umsatz um 18,5 Prozent auf 1,212 Mrd. Euro und den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 24 Prozent auf 137,7 Mio. Euro. Der Überschuss konnte auf 139,4 Mio. Euro fast verdoppelt werden, auch dank des Verkaufs des Gleisbaugeschäfts. Die Aktionäre sollen eine Dividende von zwei (Vorjahr: 1,70) Euro erhalten sowie eine Sonderdividende von einem Euro.

2009 peilt Vossloh Erlöse von 1,291 Mrd. Euro und ein Ebit von 138 Mio. Euro an. Wegen einer erhöhten Steuerbelastung werde der Überschuss bei 86 Mio. Euro liegen und damit unter dem um den Unternehmensverkauf bereinigten Wert von 92,6 Mio. Euro des Jahres 2008.

Vossloh fertigt Weichen, Schienenbefestigungen und Diesellokomotiven. Trotz Wirtschaftskrise sehe der Konzern hervorragende Perspektiven, sagte Andree. Er begründete dies mit dem geplanten Ausbau von Schienenstrecken in Europa, Nordamerika, Russland und China. Vorstandsmitglied Norbert Schiedeck verwies auf das stabile Geschäft mit Ersatzteilen. „Die Fahrzeugflotte ist stark überaltert mit einem Durchschnittsalter von teilweise über 30 Jahren.“

Vorstandschef Andree will sich mit Blick auf mögliche Zukäufe auf der Hauptversammlung im Mai einen Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung um 20 Prozent einräumen lassen - „für den Fall, dass wir doch mal über etwas sehr Großes fallen.“ Nach dem Rückkauf von zehn Prozent der Aktien will er zudem die Möglichkeit eines neuen Programms in derselben Höhe erhalten.

2008 waren die Pläne für eine mögliche Kapitalerhöhung um fast 50 Prozent am Widerstand der Aktionäre gescheitert. „Wir haben letztes Jahr vielleicht etwas hochgegriffen“, sagte Andree. Gegen die neuen Pläne sehe er aber keine Bedenken. Größter Anteilseigner des sauerländischen Unternehmens ist mit 31 Prozent die Familiengemeinschaft Vossloh.

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