Verkehrstechnik
Vossloh hat in China eine Durststrecke

Der chinesische Markt bereitet dem Verkehrstechnik-Konzern Vossloh derzeit wenig Freude. In China werden weniger Schienenbefestigungen bestellt. Das macht sich im Umsatz bemerkbar. Enttäuachung macht sich an der Börse breit.
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HB WERDOHL. Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh hat erstmals in der Wirtschaftskrise einen kräftigen Einbruch seines Geschäfts hinnehmen müssen. Geringere Abrufe von Schienenbefestigungen in China führten im dritten Quartal zu einem Umsatzrückgang um ein Fünftel auf 252,4 Mio. Euro, wie Vossloh am Mittwoch im sauerländischen Werdohl mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel in der Folge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 40 Prozent auf 24,2 Mio. Euro. Der Überschuss schmolz auf 14,6 Mio. Euro zusammen. Mit einem solch starken Abdriften hatten die Analysten nicht gerechnet.

"Wir erwarten jedoch, dass wir dies bis zum Ende des Geschäftsjahres kompensieren und uns in einem weiterhin schwierigen Umfeld gut behaupten werden", sagte Vorstandschef Werner Andree. In China erwartet der Konzern wieder höhere Abrufe von Schienenbefestigungen. "Daher halten wir an unserer Prognose für 2009 fest." Umsatz und EBIT sollen auf Höhe des Rekordjahres 2008 herauskommen.

Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh weckt allerdings Zweifel an der Erreichbarkeit seiner Prognose für das kommende Jahr. „Die bisherigen Erwartungen basierten unter anderem auf der Annahme, dass die Krise im Jahr 2009 noch andauert, eine dynamische Erholung jedoch bereits 2010 einsetzt. Das ist bisher so nicht erkennbar“, teilte der Vorstand um Werner Andree im sauerländischen Werdohl mit. „Dennoch erwartet Vossloh im kommenden Jahr wieder organisches Wachstum.“ Die genauen Planzahlen für 2010 und 2011 sollen am 3. Dezember bekanntgegeben werden.

Vossloh litt zuletzt unter einem schwächelnden Geschäft in China und einer eingebrochenen Nachfrage nach Dieselloks. Die Prognose für das laufende Jahr steht aber: Der Umsatz soll bei 1,2 Mrd. Euro herauskommen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 138 Mio. Euro. Damit würde der Konzern das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholen. 2010 wollte Vossloh ursprünglich den Umsatz auf 1,37 Mrd. Euro heraufschrauben und das EBIT auf 151 Mio. Euro. Ein jüngst durch die Lappen gegangener Großauftrag in China hatte die Prognose bereits wackeln lassen.

Die Zahlen von Vossloh haben die Erwartungen von Aktienhändlern enttäuscht. „Wir hatten mit einer Erholung gerechnet, aber die ist bislang nicht erkennbar“, sagte ein Aktienhändler. Ein anderer Börsianer sagte: „Die Quartalszahlen lagen unter den Erwartungen, der Ausblick ist vorsichtig - es gibt im Moment keinen Grund, die Aktie zu kaufen.“

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