Verkürzung der Laufzeit möglich
Eon Ruhrgas macht Zugeständnisse bei Gasverträgen

Nachdem das Bundeskartellamt gedroht hatte, lange Laufzeiten für Gaslieferverträge an vorwiegend kommunale Versorger verbieten zu wollen, hat das größte deutsche Gasunternehmen Eon Ruhrgas reagiert.

HB ESSEN. Eon Ruhrgar wolle seinen Kunden ab sofort eine flexible Gestaltung von langfristigen Verträgen anbieten. Das Unternehmen gehe damit eine freiwillige Selbstverpflichtung ein, teilte der Konzern am Freitag mit.

Nach gescheiterten Verhandlungen hatte das Bundeskartellamt angekündigt, langfristig bindende Gaslieferverträge mit Stadtwerken verbieten zu wollen. Dabei werde die Wettbewerbsbehörde als erstes Ferngasunternehmen den Branchenführer Eon Ruhrgas mit einer Untersagung solcher Verträge zur Öffnung des Gasmarkts zwingen, hatte der Präsident des Kartellamts, Ulf Böge, vor eineinhalb Wochen in Bonn angekündigt. Eine konkrete Verfügung des Bundeskartellamts steht derzeit jedoch noch aus.

„Im Gegensatz zu den Vorstellungen des Kartellamts erhält unsere freiwillige Selbstverpflichtung den Kunden die Vertragsfreiheit“, sagte Eon-Ruhrgas-Vorstandschef Burckhard Bergmann. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung biete das Unternehmen seinen Kunden weitaus mehr Handlungsoptionen als bei dem Grundgerüst des Bundeskartellamts.

Eon Ruhrgas sei bereit, neue Lieferverträge künftig unter bestimmten Bedingungen mit Laufzeiten ab zwei Jahren anzubieten. Damit orientiere sich das Unternehmen an den vom Bundeskartellamt aufgestellten Grundsätzen für Neuverträge. Für bestehende Verträge biete Eon Ruhrgas eine Übergangsregelung an.

Zum Teil laufen die aktuellen Verträge bis zu 25 Jahre und machen es einem Versorger fast unmöglich, den Lieferanten zu wechseln. Künftig sollen die Gasgesellschaften die Stadtwerke höchstens vier Jahre lang an sich binden dürfen, wenn sie über 50 Prozent des Gasbedarfs decken wollen. Bei einem Liefervolumen von über 80 Prozent verkürzt sich die maximale Vertragslaufzeit auf zwei Jahre.

Konkret sehen die Pläne von Eon Rurgas so aus: Würden mehr als 80 Prozent des Absatzes bei einem Kunden gedeckt, liefen die Verträge künftig nur noch bis zwei Jahre. Bei einer Deckung von 50 bis 80 Prozent werde die Laufzeit höchstens vier Jahre betragen. Ruhrgas erklärte sich zugleich aber auch bereit, bestehende Lieferverträge zu ändern. Kunden, die ihren Absatz zu mehr als die Hälfte durch Ruhrgas deckten, erhielten ab Herbst 2006 ein Sonderkündigungsrecht, um ihre Bezüge auf 50 Prozent beschränken zu können. Zum 1. Oktober 2008 sollen die heutigen Verträge enden. Die betreffenden Kunden könnten bis dahin ihre Gasbezüge neu disponieren.

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