Verlängerung würde neue Arbeitsplätze bedeuten
Airbus gibt Hamburg mehr Zeit

In der Krise um die Verlängerung der Hamburger Airbus-Landebahn hat der Flugzeugbauer den Zeitdruck aus dem Verfahren genommen: „Das Zeitfenster bleibt bis 2006 offen“, erklärte der Konzern am Donnerstag in Hamburg. Die Auslieferungen des Flugzeugs sollen bis dahin zeitlich begrenzt von Toulouse aus organisiert werden, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Gerhard Puttfarcken, am Donnerstag in Hamburg mit. Dies führe zu einer "erheblichen Mehrbelastung" für Airbus.

HAMBURG. Bisher hatte Airbus auf einer schnellen Entscheidung bestanden und andernfalls die Verlagerung von Investitionen in das Hauptwerk im französischen Toulouse angekündigt.

Unterdessen kündigte Bürgermeister Ole von Beust an, die Stadt wolle die Begründungen des Planfeststellungsbeschlusses ändern, der vom Oberverwaltungsgericht gekippt worden war. „Weil mittlerweile viel mehr Bestellungen für Airbus-Flugzeuge vorliegen, wird das Gericht die Gemeinnützigkeit diesmal anerkennen“, wurde er in der „Bild“-Zeitung zitiert. Von Beust will für den Bau der Startbahn alle Möglichkeiten einschließlich eines neuen Enteignungsverfahren ausschöpfen.

Der Streit dreht sich darum, dass zwei private Grundeigentümer und eine evangelische Kirchengemeinde als Besitzerin eines Grundstückes die Verlängerung der Hamburger Airbus-Landebahn verhindern. Sie weigern sich zu verkaufen. Die außergerichtlichen Verhandlungen über den Verkauf waren am Mittwoch von der Kirchengemeinde Neuenfelde abgebrochen worden.

Bei den umstrittenen Investitionen geht es um ein geplantes Auslieferungszentrum für den Riesenairbus A380. Falls die Landesbahnverlängerung nicht kommt, soll dieses Zentrum in Toulouse gebaut werden. Es geht dabei um 100 Arbeitsplätze. Laut Airbus wird die längere Landebahn, die durch Obstplantagen bis an den Rand des Ortes Neuenfelde reichen soll, für besonders schweren Versionen des Flugzeuges gebraucht, zum Beispiel die Frachtversionen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte Mitte August den Baustopp für die von Airbus angestrebte Bahnverlängerung vorerst bestätigt und die Enteignung von Grundstückseigentümern auf der geplanten Trasse für Unrecht erklärt. Die endgültige Entscheidung im Klageverfahren der Grundstückseigentümer gegen den Planfeststellungsbeschluss steht noch aus. Für das Projekt A380 sind nach Angaben von Airbus in Hamburg bereits 1700 Arbeitsplätze der insgesamt in Aussicht gestellten 2000 Stellen geschaffen worden. In der gleichen Größenordnung sollen Arbeitsplätze bei Zulieferern in der Region entstehen.

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