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Hanser im Glück – zwölf Nobelpreise in 49 Jahren

Die Auszeichnung für Herta Müller ist auch für das Familienunternehmen ein riesiger Erfolg: Zwölf Literaturnobelpreise hat der Carl Hanser Verlag seit 1960 ins eigene Haus geholt. Und auch für die Zukunft ist Hoffnung.

DÜSSELDORF. Auch im vergangenen Jahr ging der Preis der Stockholmer Akademie nach München, denn auch J. M. Le Clézio ist bei Hanser unter Vertrag für seine Bücher in deutscher Sprache. Zu den anderen Nobelpreisträgern des Verlags gehören Orhan Pamuk, Seamus Heaney, Elias Canetti, Eurgenio Montale und Isaac B. Singer. Auch Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und Amartya Sen, der 1998 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gewann, haben im Hanser-Verlag veröffentlicht. Und auch für die Zukunft ist Hoffnung: Einer, der es noch zum Nobelpreisträger schaffen könnte, ist der Amerikaner Philip Roth - seit Jahren gilt er als Langzeitkandidat für die Auszeichnung.

Jetzt also der erste Preis für eine deutsche Schriftstellerin. Verleger Michael Krüger ist mehr als zufrieden: "Mit Herta Müller, in der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien aufgewachsen, wird eine Autorin ausgezeichnet, die auch zwanzig Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts darauf beharrt, die unmenschlichen Seiten des Staatskommunismus in Erinnerung zu behalten", kommentiert er die Ehrung. Ihre hochliterarische Trauerarbeit sei das eindrückliche Beispiel einer engagierten europäischen Literatur, die mit analytischer Schärfe und poetischer Genauigkeit die Geschichte zur Gegenwart macht."

Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Dachverband der Buchbranche, ist zufrieden. "Es mag überraschend sein. Aber das geht vollkommen auf", sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins. "Sie ist eine der größten Stimmen, die wir haben. Kräftig und fein." International gesehen habe die Entscheidung wenige Tage vor Beginn der Frankfurter Buchmesse über die Literatur hinaus auch eine politische Wirkung. Herta Müllers neuer Roman "Atemschaukel" gehört zu den sechs Finalisten des Deutschen Buchpreises, der zum Auftakt der Buchmesse am kommenden Montag in Frankfurt vergeben wird.

Bereits gleich nach der Bekanntgabe stürmten die Bücher von Herta Müller bei Amazon die Verkaufscharts. Ihr jüngstes Werk "Atemschaukel" stieg beim führenden Internet-Händler auf Platz drei der meistgefragten Titel und lag damit nur hinter den Bestseller-Autoren Dan Brown und Frank Schätzing. Vorher war der Roman nicht einmal unter den besten 100. "Herztier" stieg auf Platz 15 ein. Wie viele Bücher verkauft wurden, schlüsselt das Unternehmen nicht auf.

Allerdings waren beide Titel bei Amazon nur mit einer Frist von fünf bis sechs Tagen lieferbar. Ob das an der großen Nachfrage lag oder der Händler diese Bücher nicht auf Lager hatte, war zunächst nicht klar.

Noch am Donnerstag kündigte der Verlag an, sämtliche bei ihm erschienenen Bücher Herta Müllers nachdrucken zu lassen. Von dem erst im August erschienenen Roman "Atemschaukel" wurden bislang 40 000 Exemplare verkauft. Jetzt werde nachgedruckt, so dass die Auflage insgesamt 100 000 erreiche.

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