Verlagerung nach China droht
IG Metall befürchtet Aus für Völkl-Ski-Produktion

Bayerns IG Metall rechnet mit der Verlagerung von rund 450 Stellen des Skiherstellers Völkl nach China und damit dem Aus für die letzte noch in Deutschland verbliebene Skiproduktion.

HB MÜNCHEN. „Was wir befüchten ist, dass die Verlagerung als solches beschlossene Sache ist“, sagte Heinz Hausner, Zweiter Bevöllmächtigter der Passauer IG Metall, am Freitag in München. „Die Entscheidung ist ohnehin getroffen.“ Die Geschäftsführung der im Juni vom US-Sportartikelhersteller K2 übernommenen Firma versuche nur noch, die Belegschaft im niederbayerischen Straubing mit unerfüllbaren Kostensenkungsforderungen zu erpressen. Ein Scheitern der Gespräche solle dann dazu dienen, der IG Metall den „schwarzen Peter“ für die bereits beschlossene Verlagerung unterzuschieben.

Völkl dementierte Verlagerungsabsichten. Zugleich bestätigte der Technische Leiter Helmut Jakoby aber, das Unternehmen fordere von der Belegschaft Kostensenkungen in Höhe von rund 20 Prozent. „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“, sagte er. „Ohne Kostensenkungsprgramm werden wir aber auf Dauer unsere Produkte hier nicht mehr kostendeckend produzieren können.“ Eine Verlagerung sei dann unumgänglich. Alleine im Vergleich zu den Konkurrenten im wenige Kilometer entfernten Österreich seien die Kosten in Straubing um 27 Prozent höher. Die Verhandlungen mit der Belegschaft ruhten nun vorerst.

Diese hat nach Angaben von IG Metall und Betriebsrat Einsparungen von rund fünf Prozent angeboten. „Wir verzichten seit zwölf Jahren“, sagte Völkl-Betriebsratschef Ernst Schiller mit Blick auf Zugeständnisse wie etwa unbezahlte Mehrarbeit und lediglich inflationsorientierte Tariferhöhungen. Gehe die Belegschaft nicht auf die Forderungen des Unternehmens ein, habe Völkl bereits den Abbau von 150 Beschäftigten angekündigt. Es sei mehr als fraglich, ob es sich dann mit den übrigen rund 300 Mitarbeitern noch lohne, in Deutschland zu produzieren. Zumal K2 seit Jahren in China mit Tausenden Mitarbeitern Ski fertige und gerade sein Werk ausbaue. Erst im November seien erste Maschinen in das asiatische Land verlagert worden.

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