Verlagerung von Produktion und Logistik
Lego wandert in Billiglohnland ab

Die angeschlagene dänische Spielzeug-Legende Lego verlagert ihre Teile der Produktion und der Logistik nach Tschechien. Betroffen ist neben der Schweiz, Frankreich und Dänemark auch Deutschland.

HB BILLUND. Wie das Unternehmen am Mittwoch am Stammsitz Billund mitteilte, sind etwa 600 Beschäftigte betroffen, darunter auch 125 im schleswig-holsteinischen Distributionszentrum Hohenweststedt. Die Schließung stehe dort 2007 an, erklärte eine Lego-Sprecherin. Ein weiteres Zentrum mit 25 Beschäftigten in Flensburg werde ohnehin nicht mehr von Lego selbst betrieben. Auch dieses steht vor dem Aus. die Post-Tochter DHL wird die Spielwarenläden demnächst aus Tschechien heraus beliefern.

Für das erste Halbjahr verbuchte der Konzern einen Verlust von 156 Millionen Kronen (20 Millionen Euro) gegenüber 739 Millionen Kronen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Kronen. Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp sagte, sein Unternehmen habe Marktanteile auf einem weiter unter Druck stehenden Weltmarkt für Spielzeug zurückerobern können. Für das Gesamtjahr sei man „vorsichtig optimistisch“ und erwarte erstmals wieder einen leichten Gewinn.

Das 1938 aus einer Tischlerei entstandene Familienunternehmen mit den weltberühmten Bauklötzen hatte in den letzten Jahren massiv an Umsatz verloren, weil Kinder immer mehr mit Computern oder sonstiger Unterhaltungselektronik spielen. Zur Verbesserung der finanziellen Lage im Konzern hatte Lego im Sommer alle vier Legoland- Familienparks, darunter auch einen im süddeutschen Günzburg, für 375 Millionen Euro an die US-Investmentgesellschaft Blackstone verkauft.

Zum Ende der Produktion in der Schweiz sagte Vorstandssprecher Lars Altmark: „Natürlich hat das sehr hohe Kostenniveau in der Schweiz wesentlich zu diesem Schritt beigetragen.“ Neben den 300 dort betroffenen Lego-Beschäftigten müssen noch einmal so viele Mitarbeiter in den Distributionszentren in Hohenweststedt und Flensburg, Dunkerque sowie Lyon in Frankreich und am dänischen Stammsitz Billund mit der Schließung ihrer Betriebe zwischen Januar 2006 und März 2007 rechnen.

Insgesamt beschäftigt die Lego-Gruppe derzeit 7400 Mitarbeiter.

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