Verlust erwartet
Koenig & Bauer erwartet Verlust statt Gewinn

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) hat sich von seiner Gewinn- und Umsatzprognose verabschiedet und erwartet für das laufende Jahr nun einen Verlust.

HB WÜRZBURG. KBA wird das laufende Geschäftsjahr nach eigener Einschätzung mit einem Vorsteuerverlust abschließen. Zugleich kündigte das börsennotierte Unternehmen am Freitag in Würzburg an, im kommenden Jahr Arbeitsplätze abzubauen. Wie viele Menschen der betroffenen Werke in Radebeul (Sachsen), Mödling (Österreich) und Dobruska (Tschechien) ihren Job verlieren werden, steht nach Angaben eines Unternehmenssprechers noch nicht fest. Die Rede ist aber von mehreren hundert. Insgesamt arbeiten an den drei Standorten 3 600 Menschen.

Der Konzern begründete die Maßnahmen unter anderem mit massiven Umsatzrückgängen bei den Bogendruckmaschinen. Wegen der Nachfrageschwäche werde es im vierten Quartal auch an den beiden unterfränkischen Standorten Trennfeld und Würzburg sowie im rheinland-pfälzischen Werk Frankenthal zu flexibleren Arbeitszeiten und dem Abbau von Gleitzeitguthaben kommen. In diesen Werken fertigen etwa 3 400 Menschen Maschinen für den Rollenbereich.

Statt des bisher anvisierten Vorsteuergewinns von rund 63 Mill. Euro rechnet der Konzern nun mit einem negativen Ergebnis vor Steuern (EBT) in diesem Jahr. Genauere Angaben wurden nicht gemacht. Der Betrag werde in den kommenden sechs Wochen beziffert, sagte ein Sprecher. Der Jahresumsatz soll bei rund 1,5 Mrd. Euro liegen. Bisher hatte KBA mit 1,6 Mrd. Euro gerechnet. Besonders der Geschäftsbereich Bogenmaschinen bleibt den Angaben zufolge hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kämen Rückstellungen für die Konsolidierung der Bogenoffset-Standorte und Wertberichtigungen im Vorratsvermögen.

Trotz der seit Monaten anhaltende Abkühlung der Weltwirtschaft hatte KBA auf der Fachmesse drupa Ende Mai noch Aufträge im Wert von 170 Mill. Euro generieren können. Trotzdem habe sich der Auftragsbestand nicht wie erwartet erholt, hieß es in der Mitteilung. Viele Kunden, die auf der Messe Maschinen bestellt hätten, seien in den Strudel der Finanzkrise gekommen und müssten die Orders mangels Krediten stornieren oder verschieben. 50 Mill. Euro des Drupa-Auftragsvolumens lägen derzeit auf Eis, sagte der Sprecher. Bestellungen über einen weiteren niedrigen zweistelligen Millionenbetrag seien bereits zurückgezogen worden.

Nach der gesenkten Prognose erlitten KBA-Aktien am Freitagvormittag massive Kursverluste, sie brauch um 15 Prozent auf 11,74 Euro ein. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Aktien des Rivalen Heidelberger Druck. Die Papiere des weltgrößten Bogenoffsetmaschinen-Herstellers büßten 6,8 Prozent auf 11,56 Euro ein. Auch der Konkurrent war zuletzt von der Kaufzurückhaltung in den Industrieländern nicht verschont geblieben und in die Verlustzone gerutscht.

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