Verlust für das Gesamtjahr angekündigt
US-Investor Wyser-Pratte unterstützt den Vorstand von IWKA

Der Maschinen- und Anlagenbauer IWKA hat einen neuen Aufsichtsrat. Auf der von 800 Personen besuchten außerordentlichen Hauptversammlung in Karlsruhe erhielten die Vertreter der Kapitalseite die erforderliche Mehrheit.

HB KARLSRUHE. Die bisherigen Aufsichtsräte waren zurückgetreten, nachdem sie auf der letzten Hauptversammlung Anfang Juni nicht entlastet worden waren. Diesmal kamen von Seiten der an der IWKA beteiligten Fonds keine kritischen Äußerungen. Guy Wyser-Pratte, dessen Kritik Grund für den Rücktritt der Aufsichtsräte und von Konzernchef Hans Fahr geführt hatte, ließ durch seinen Investmentbanker Sebastian Freitag dem neuen Aufsichtsrat und Vorstand sein uneingeschränktes Vertrauen und Dank aussprechen. Dafür stellten Vertreter der Kleinaktionäre viele Fragen, vor allem zu den finanziellen Modalitäten des Ausscheidens von Fahr und zur Neubesetzung des Aufsichtsrates, in dem erneut die Autoindustrie dominiere. Zum neuen Chef des Gremiums war der Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeug-Manager Rolf Bartke gewählt worden.

Der seit 75 Tagen als neuer IWKA-Chef amtierende Wolfgang-Dietrich Hein kündigte an, das Unternehmen werde sich stärker auf die Automationstechnik konzentrieren. Nicht ausreichend profitable Tätigkeitsfelder sollen abgegeben werden. Dazu gehören vor allem die defizitären Werkzeugmaschinenbauer Ex-Cell-O und Boehringer. Die 1996 erworbene Ex-Cell-O weist für das dritte Quartal einen operativen Verlust von 20,5 Mill. Euro aus. „Wir sehen keine Chance, das Unternehmen zu sanieren“, sagte Hein gestern. Er kündigte einen Verkauf in den nächsten drei bis vier Wochen an.

Hein übte starke Kritik am alten Vorstand: „Verlustreiche Beteiligungen wurden jahrelang im Portfolio mitgeschleppt.“ Der Vorstand habe die dezentrale Konzernorganisation zu wörtlich genommen und die Beteiligungen an langer Leine laufen lassen.

IWKA hat in den neun Monaten seit Jahresbeginn schlechter abgeschnitten als erwartet. Für das Gesamtjahr kündigte Hein einen Verlust nach Steuern an. Für die zweite Jahreshälfte 2006 soll die laufende Konsolidierung laut Hein aber bereits Erfolge zeigen, für 2007 stellte er bessere Ergebnisse in Aussicht. Insgesamt verbuchte IWKA seit Jahresbeginn einen Verlust nach Steuern von 24,5 Mill. Euro, nach einem Gewinn von 27 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die im IWKA-Aktie verlor in der Spitze fünf Prozent und gehörte damit zu den Tagesverlierern. Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burkhardt fand die Ergebnisse nicht berauschend. Das Kerngeschäft sei in schlechter Verfassung. Harald Rehmet von der Landesbank Baden-Württemberg fand das operative Ergebnis deutlich schwächer als erwartet.

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