Verlust im Geschäftsjahr 2002/2003 ausgeweitet
Nordex schreibt tiefrote Zahlen

Der Rostocker Windkraftanlagenhersteller ist im Geschäftsjahr 2002/03 unter anderem wegen der rückläufigen Nachfrage in Deutschland weiter in die roten Zahlen gerutscht.

HB FRANKFURT. Der Verlust vor Steuern, Zinsen und Sonderabschreibungen werde nach vorläufigen Zahlen bei 67 (Vorjahr: 17,8) Mill. € liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Auftragseingang ging auf 237 Mill. € von 355 Mill. € im Jahr zuvor zurück. Beim Umsatz habe Nordex die im August revidierte Prognose von 230 Mill. € statt ursprünglich 300 Mill. € erfüllt. Finanzchef Thomas Richterich sagte bei einer Telefonkonferenz zum laufenden Quartal: „Unser Geschäft zeigt einen positiven Trend.“

Das Unternehmen hatte im Sommer eine Restrukturierung mit strengem Sparkurs eingeleitet. Im Zuge dessen habe Nordex das Anlage- und Umlaufvermögen abgewertet. Für Personalabfindungen seien Rückstellungen gebildet worden. Insgesamt hätten sich die Sonderaufwendungen auf 60 bis 65 Mill. € belaufen.

Nordex hatte im Februar mit einem Personalabbau begonnen, im Zuge dessen bereits 220 Beschäftigte entlassen worden seien. Auch habe Nordex Verträge mit 63 externen Mitarbeitern beendet, sagte Richterich. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen hatte Nordex zuletzt nicht ausgeschlossen, dass bis Ende 2004 weitere 150 Mitarbeiter entlassen werden. Im Januar dieses Jahres hatte Nordex 940 Mitarbeiter.

Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms, das bislang zur Hälfte umgesetzt worden sei, habe sich Nordex auch zum Ziel gesetzt, den hohen Geldabfluss zu beenden, sagte Richterich. „Das ist uns erfolgreich gelungen.“ Der freie Mittelzufluss habe im vierten Quartal 0,5 Mill. € betragen. Das Arbeitskapital sei um etwa 51 Mill. € auf 76,3 Mill. € gesunken. Zum einen seien die Forderungen zurückgegangen, zum anderen hätten die Anzahlungen zugenommen, hieß es zur Begründung. Im laufenden Geschäftsjahr werde das Arbeitskapital weiter entlastetet, weil Nordex weniger Abnahmeverpflichtungen habe. „Langfristige Lieferverträge sind zum Teil ausgelaufen, zum Teil haben wir sie nicht verlängert“, sagte ein Sprecher.

Das Nordex-Management bekräftigte, dass im kommenden Geschäftsjahr mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung zu rechnen sei und für 2004/05 mit der Rückkehr in die Gewinnzone. Nordex peile bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres eine Ergebnisverbesserung von rund 70 Mill. € an.

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