Verlust mit den Marken Jaguar und Volvo
Ford hält Gewinnrückgang in Grenzen

Der US-Autobauer Ford hat im ersten Quartal wegen geringerer Absätze in den USA und steigender Rohstoffkosten einen Gewinneinbruch verzeichnet. Im Gegensatz zum Konkurrenten General Motors bekräftigte die Nummer Zwei auf dem US-Markt aber die Jahresprognose.

HB DEARBORN. Konzernchef Bill Ford stützte seine Prognose bei der Präsentation der Quartalszahlen am Mittwoch in Dearborn auf die eingeleiteten Einsparungen. „Das Programm, das wir 2002 auf den Weg gebracht haben, hat zu positiven Auswirkungen bei Gewinn und Cash Flow geführt“, sagte er. Von Januar bis März halbierte sich der Vorsteuergewinn des Konzerns nahezu auf 1,55 Mrd. Dollar. Mit dem Bau von Automobilen verdiente Ford vor Steuern 579 Mill. €, 1,25 Mrd. Dollar vor Sondereinflüssen weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinnrückgang ging vor allem auf das Konto des Nordamerika-Geschäfts, wo sinkende Absätze, höhere Kosten und die Folgen der ruinösen Preisschlacht die Erträge schmälerten. Der Markt hatte allerdings mit einem noch größeren Gewinneinbruch gerechnet und wertete die Zahlen eher positiv: Die Ford-Aktie legte fast vier Prozent auf 9,63 Dollar zu.

Der US-Konzern leidet an ähnlichen Problemen wie der größere Konkurrent General Motors, der wegen hoher Kosten für die Gesundheitsvorsorge der Beschäftigten im Auftaktquartal den höchsten Quartalsverlust seit über einem Jahrzehnt verzeichnet hatte. Zudem setzte beiden Traditionsunternehmen die Konkurrenz ausländischer Autohersteller zu.

Ford bekräftigte die unlängst gesenkte Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 1,25 bis 1,50 Dollar je Aktie. Davor hatte sich der weltweit drittgrößte Autobauer eine Bandbreite zwischen 1,75 und 1,95 Dollar vorgenommen. Im ersten Quartal verringerte sich der Gewinn je Aktie auf 60 Cent von 94 Cent vor Jahresfrist. Für das zweite Quartal 2005 kündigte Ford eine Bandbreite zwischen einem Verlust in Höhe von 15 Cent je Aktie und einem ausgeglichen Ergebnis an. Das Produktionsziel für diesen Zeitraum wurde auf 905 000 von zuvor 940 000 Einheiten zurückgenommen.

Der Markt für Unternehmensanleihen reagierte mit Kursgewinnen auf die Ford-Zahlen. Händler sagten, die Quartalsergebnisse hätten Befürchtungen zerstreut, die in Euro gehandelten Unternehmensanleihen von Ford könnten auf den Status von spekulativen „Junk“-Bonds mit hohem Ausfallrisiko herabgestuft werden. Dies würde die Kreditkosten des Konzerns drastisch in die Höhe treiben.

Sparerfolge zeigten sich besonders in Europa, wo Ford den Vorsteuergewinn im Auftaktquartal um 54 Mill. auf 59 Mill. Dollar steigerte. Der Umsatz erhöhte sich auf 7,7 Mrd. Dollar von 6,5 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Dagegen bereitete die Luxussparte Premier Automotiv Group (PAG), zu der die verlustreiche Marke Jaguar gehört, Ford weiterhin Probleme. PAG wies einen Vorsteuerverlust in Höhe von 55 Mill. Dollar nach einem Gewinn vor Steuern von 33 Mill. im Vorjahreszeitraum aus.

Im Geschäft mit Finanzierung und Leasing erzielte Ford einen Reingewinn von 710 Mill. Dollar, 22 Mill. mehr als im Vorjahreszeitraum. Vorstandschef Ford deutete an, dass sich der Konzern im Zuge seines Sparkurses von Anteilen an dem Autovermieter Hertz trennen könne. „Obwohl es ein hervorragendes Unternehmen ist, wenn es langfristig nicht zum Kerngeschäft gehört, werden wir uns Gedanken über den weiteren Kurs machen“, sagte Ford.

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