Verlust mit Fox
VW-Chef wirbt für sein Sparprogramm

Während der Betriebsrat von Volkswagen in den laufenden Umstrukturierungs- und Sparprogrammen die soziale Balance anmahnt scheint der Autobauer ein neues Problemkind zu haben. Angeblich beschert der Export des Kleinwagens Fox Verluste.

HB HAMBURG. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat die Beschäftigten von Europas größtem Autobauer aufgefordert, bei ihren Anstrengungen für Effizienzsteigerungen und Ertragsverbesserungen nicht nachzulassen. „Wir sind auf dem richtigen Weg bereits einige Schritte gegangen. Um die vor uns liegenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern, geht es jetzt darum, den Blick nach vorn zu richten und diesen Weg konsequent weiter zu gehen." Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien im Verlauf des Jahres nicht wesentlich besser geworden, sagte Pischetsrieder am Donnerstag vor mehr als 12 000 Teilnehmern einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Daher müsse der Konzern - vor allem aber die defizitäre Kernmarke VW - ihr Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm konsequent umsetzen. Der Konzernchef versicherte der Belegschaft erneut, dass alle Schritte im Einklang mit dem Tarifvertrag unternommen würden.

Betriebsratschef Bernd Osterloh appellierte an Vorstand und Belegschaft zusammenzuarbeiten. „Wir müssen an einem Strang ziehen und gemeinsam für unser Unternehmen und damit unsere Arbeitsplätze kämpfen.“ Nur so sei es möglich, die Herausforderungen unter immer schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu meistern. Das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung müsse aber auch in schwierigen Zeiten gehalten werden, sagte Osterloh. Wenn darüber Einigkeit bestehe, dann sei die Belegschaft auch bereit, notwendige Veränderungen mit zu tragen und mit zu gestalten.

Pischetsrieder präsentierte der Belegschaft den neuen Personalvorstand Horst Neumann. Neumanns überraschende Berufung hatte im VW-Aufsichtsrat einen Eklat verursacht, in dessen Folge der Corporate-Governance-Experte Gerhard Cromme seinen Rückzug aus dem Gremium erklärt hatte. Aufsichtsratskreisen zufolge wurde der von Audi kommende Neumann gegen den Willen seiner künftigen Vorstandskollegen Pischetsrieder und Wolfgang Bernhard zum Arbeitsdirektor bestellt. Aufsichtsratschef Ferdinand Piech soll den langjährigen IG-Metall-Funktionär zusammen mit den Arbeitnehmern gegen die meisten Kapitalvertreter im Aufsichtsrat durchgesetzt haben.Daraufhin war spekuliert worden, Bernhard könne das Unternehmen wieder verlassen.

Auch Bernhard drängte unlängst auf schnelle Erfolge beim Umbau des Wolfsburger Autobauers. Mit der derzeitigen Produktivität könne VW im Volumensegment langfristig nicht überleben. Während der Durchschnitt der Konkurrenten mit 25 Stunden oder weniger auskomme, um ein Auto zusammenzubauen, brauche VW die doppelte Zeit. Nötig seien daher tiefgreifende Veränderungen. Nach den ersten Sparerfolgen dürften sich Management und Belegschaft nicht zurücklehnen.

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