Verlust und Umsatzeinbruch: Schering-Plough sieht Rot

Verlust und Umsatzeinbruch
Schering-Plough sieht Rot

Der US-Pharmakonzern Schering-Plough hat im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2003 rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz ist im vierten Quartal eingebrochen. Hohe Kosten durch Stellenstreichungen und eine rückläufige Nachfrage bei wichtigen Medikamenten sollen dei Ursache dafür sein.

HB NEW YORK. Ohne Berücksichtigung von Sonderbelastungen verbuchte das Unternehmen einen Gewinn, der niedriger ausfiel als von Analysten erwartet. Für das laufende Jahr sagte Schering-Plough ein rückläufiges Ergebnis voraus. Die Aktie des Unternehmens reagierte am Montag mit Kursverlusten auf Zahlen und Ausblick.

Das Unternehmen gab vor Handelsstart für das Schlussquartal 2003 einen Nettoverlust von 181 Mill. Dollar oder zwölf Cent je Aktie bekannt, nach einem Gewinn von 313 Mill. Dollar oder 21 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Den Angaben zufolge wurde das Ergebnis durch Sonderbelastungen von 229 Mill. Dollar gedrückt. Diese fielen vor allem als Folge der Entlassung von 900 Mitarbeitern an. Schering-Plough will die Gehaltskosten um mindestens zehn Prozent senken. Ohne Berücksichtigung der Sonderbelastungen ergab sich ein Gewinn von lediglich einem Cent je Aktie, während von Reuters befragte Branchenexperten im Schnitt mit drei Cent je Aktie gerechnet hatten.

Der Umsatz ging im vierten Quartal um 18 % auf 1,95 Mrd. Dollar zurück. Ohne die Kursrückgänge der US-Währung, die den Dollar-Wert im Ausland verkaufter Produkte steigen lassen, hätte sich der Rückgang sogar auf 24 % belaufen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Entwicklung spiegelt insbesondere die schwächere Nachfrage nach den zwei größten Produktlinien des Unternehmens wider: den Allergiemitteln Claritin und Clarinex sowie den Hepatitis-C-Medikamenten Peg-Intron und Ribavirin.

So brach der Umsatz mit den Hepatitis-C-Mitteln angesichts neuer Konkurrenz durch eine ähnliche, aber billigere Therapieform des Schweizer Konkurrenten Roche um 55 % auf 369 Mill. Dollar ein.

Die Erlöse mit Claritin, das bereits seit längerem rezeptfrei ist und nur noch zu einem Bruchteil seines früheren Preises angeboten wird, gingen auf 96 (Vorjahresperiode 105) Mill. Dollar zurück. Den US-Patentschutz für sein ehemals verkaufsstärkstes Medikament hatte Schering-Plough Ende 2002 verloren. In der Spitze hatte Claritin einen Jahresumsatz von 3,2 Mrd. Dollar erbracht.

Für 2003 wies der Konzern vor Sonderposten einen Gewinn je Aktie von 31 Cent aus. Das entspricht einem Rückgang von 78 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr geht Schering-Plough von einem weiteren Rückgang aus. Eine genaue Prognose wollten Firmenvertreter bei einer Telefonkonferenz aber nicht abgeben. Schering-Plough-Aktien fielen im frühen Handel in New York um 1,71 % auf 17,22 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%