Verluste entdeckt
Neue Löcher bei Merckle-Holding

Die Spekulationsverluste der Ulmer Unternehmensgruppe Merckle beschränken sich offenbar nicht nur auf die Holding VEM-Vermögensverwaltung. Jetzt sind auch in einer weiteren Beteiligungsgesellschaft der Gruppe des Unternehmers Adolf Merckle, der Kötitzer Ledertuch - und Wachstuchwerke AG, Verluste aufgetaucht.

shf DÜSSELDORF. Die jüngsten schlechten Nachrichten für die Holding von Adolf Merckle finden sich in einem Unternehmensbericht - und zwar aus einem Zwischenbericht der Kötitzer Ledertuch - und Wachstuchwerke AG für das dritte Quartal.Das Unternehmen, das Merckle kontrolliert, hat demnach Verluste von 216 Mio. Euro aus Optionsgeschäften und dem Verkauf von Wertpapieren realisiert.

Die Vermögens- und Finanzlage habe sich erheblich verschlechtert, heißt es in dem Bericht. Allerdings betragen die Netto-Finanzschulden per Ende September lediglich rund 85 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 74 Prozent. Bei der angeschlagenen VEM hingegen werden die Finanzverbindlichkeiten auf etwa drei Mrd. Euro geschätzt. VEM räumte jüngst Spekulationsverluste, unter anderem aus Transaktionen mit VW-Aktien, in niedriger dreistelliger Millionenhöhe ein und verhandelt derzeit mit mehr als 30 Banken um eine Überbrückungsfinanzierung.

Kötitzer Leder dient seit Jahren als Drehscheibe für die Wertpapiergeschäfte von Adolf Merckle. Mit Abstand wichtigster Vermögensgegenstand der Gesellschaft ist eine Beteiligung von knapp 50 Prozent sowie ein Darlehen von mehr als 1,3 Mrd. Euro an die Spohn Cement GmbH, eine weitere Holding der Merckle-Gruppe. Spohn Cement wiederum hält rund 53,6 Prozent an der hochverschuldeten Heidelberg Cement (weitere 25,4 Prozent liegen bei VEM).

Derzeit schließt Kötitzer Leder nicht aus, dass der starke Wertverlust bei Heidelberg Cement zu einer Abschreibung auf den Buchwert von Spohn Cement zwingen könnte. VEM ist über eine weitere Zwischenholding von Merckle indirekt zu knapp 30 Prozent an Kötitzer beteiligt. Außerdem hat VEM Kötitzer ein Darlehen von rund 425 Mio. Euro gewährt. Dieses wiederum wurde an Spohn Cement für deren Engagement bei Heidelcement weitergereicht.

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