Vernehmung und Durchsuchung von Büros
Staatsanwälte verdächtigen Hartz

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt in der VW-Affäre jetzt auch gegen den früheren VW-Personalchef Peter Hartz. Ihm wird Untreue vorgeworfen.

HB BRAUNSCHWEIG. Die Strafverfolger werfen ihm Untreue vor. Die Behörde hatte die Büros von Hartz bei VW durchsucht. Dabei sei Beweismaterial sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Überprüfung der Zeugenaussagen von Hartz hätten Anhaltspunkte dafür erbracht, dass er Kenntnis von einem möglichen Spesenbetrug gehabt und diesen gebilligt oder unterstützt haben könnte. Hartz selbst hatte dies stets verneint.

Den Betrug begangen haben soll der ehemalige VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer. Auch dieser wurde zu den Vorwürfen gegen ihn gehört. Er habe in einer fünfstündigen Vernehmung ausführlich Stellung genommen. Dabei ging es vor allem um angebliche Luxus- und Lustreisen von VW-Managern und Betriebsräten unter anderem nach Indien.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft nach einer sechsstündigen Vernehmung von Hartz noch mitgeteilt, dass kein Anfangsverdacht gegen diesen bestehe. Der frühere Vorstand hatte die Veranwortung für die Affäre übernommen und war deshalb zurückgetreten. Mittlerweile ist er im Ruhestand.

Hauptbeschuldigter in der Affäre ist der ehemalige Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster. Er soll durch Tarnfirmen Millionen Euro zu Lasten Volkswagens veruntreut haben. Die Spuren führen bis nach Angola und Indien. In letzterem Land liegt mittlerweile ein Haftbefehl gegen Schuster vor. Da ein Deutscher aber nicht ausgeliefert werden darf, wird ihm hierzulande wohl der Prozess gemacht.

Ebenfalls unter Beobachtung steht der frühere Betriebsratschef Klaus Volkert. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue ermittelt.

Die Vorgänge bei VW werden neben der Staatsanwaltschaft von der Innenrevision des Konzerns sowie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG untersucht. Ein Zwischenbericht wurde schon abgegen, aber nicht veröffentlicht.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es werde zu weiteren Vernehmungen kommen, bei denen auch die Frage von Unternehmensbeteiligungen geklärt werden sollen.

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