Vernetzung mit Konzernsparten
SIS verspricht kräftiges Wachstum

SIS, die neu gegründete IT-Tochter von Siemens, geht mit den Industriebereichen des Konzerns auf Kundenfang. Das war beim Vorgänger SBS eher die Ausnahme. Schon im ersten Quartal konnte SIS die vom Konzern vorgegebene Rendite von fünf Prozent überspringen.

MÜNCHEN. Die schmerzhafte Sanierung des IT-Bereichs von Siemens ist vorüber. Mit neuen Strukturen und einer veränderten Strategie soll das Geschäft jetzt wieder kräftig zulegen. „Ziel ist es, mittelfristig das Konzernwachstum zu unterstützen“, sagte Christoph Kollatz, Chef der neu gegründeten Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS), dem Handelsblatt. SIS soll künftig doppelt so schnell expandieren wie das weltweite Bruttosozialprodukt.

SIS ist erst Anfang 2007 entstanden. Die Sparte umfasst auf der einen Seite den bisherigen IT-Bereich SBS, jahrelang wegen seiner tiefroten Zahlen eines der großen Sorgenkinder von Siemens. Daneben hat der Technologiekonzern aber auch einige ausländische IT-Töchter mit vielen Mitarbeitern in Niedriglohnländern eingebracht. Das ist wichtig für SIS, weil dadurch die Kosten sinken.

Kern der Wachstumsstrategie von SIS ist aber die enge Verknüpfung mit den übrigen Konzernsparten von Siemens. „Wir kombinieren unser IT-Know-how mit dem Industriegeschäft der anderen Bereiche, die oftmals Weltmarktführer sind. Das kann kein Konkurrent auf der ganzen Welt“, unterstrich SIS-Chef Kollatz.

In der Praxis heißt das, dass Bereiche wie die Industrieautomatisierung, die Medizintechnik oder der Kraftwerksbau SIS mit ins Boot nehmen, wenn sie zu den Kunden gehen. Das war in der Vergangenheit eher die Ausnahme. Oft haben sich die Sparten auf ihre eigenen IT-Lösungen verlassen oder fremde Unternehmen eingeschaltet.

Mit dem neuen Ansatz will sich Siemens abheben von den Konkurrenten. Denn IT-Dienstleister wie IBM oder EDS sind zwar viel größer als SIS. Doch sie sind rein auf die IT spezialisiert und haben kein Standbein in der Industrie.

Analysten sehen die Strategie denn auch positiv: „Siemens bietet ein integriertes Leistungsportfolio, von der technischen IT bis hin zu kaufmännischen Lösungen. Das ist in dieser Durchgängigkeit einzigartig,“ sagt Tobias Ortwein vom Münchener Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC). Allerdings sei völlig offen, ob das Konzept wirklich aufgeht. Ortwein: „Noch ist die neue Strategie nur Theorie, jetzt müssen Tagen folgen.“

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