Verordnung bremst Elektroautos
„Meine Teslas kann ich einstampfen“

Taxifahrer haben es in Deutschland derzeit schwer, ein Elektroauto zu kaufen. Eine neue Eichverordnung für Taxameter bremst seit dem Jahreswechsel die Energiewende auf der Straße aus.
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DüsseldorfEs gibt wenige Orte auf der Welt, an denen die Tesla-Dichte so hoch ist, wie am Flughafen von Amsterdam. Zwei Taxiunternehmer betreiben hier eine der größten Elektroflotten der Welt. 167 Model S transportieren die Passagiere hier vom Flughafen in die Innenstadt. In Deutschland wäre ein solches Modell seit einigen Monaten undenkbar.

Seit Ende 2016 macht eine neue Eichverordnung für Taxameter den Umstieg der Taxifahrer auf ein Elektroauto nahezu unmöglich. Bundesweit darf derzeit kein Fahrzeug mehr als Taxi zugelassen werden, dass nicht vom Hersteller auch als Taxi verkauft wurde. Damit will der Hersteller Manipulationen am Taxameter verhindern – bremst aber gleichzeitig auch die elektrische Mobilität aus.

Denn kaum ein Hersteller bietet bislang ein bereits umgerüstetes Elektro-Taxi an. Allein Nissan hat derzeit einen Vertrag mit einem Dienstleister namens Intax, der die Elektromodelle der Japaner vor dem Verkauf zu Taxis umrüstet. Daher können der Leaf und der eNV200 weiterhin als Taxi eingesetzt werden. Alle anderen schauen in die Röhre.

„Hier muss dringend auf politischer Ebene nachgebessert werden“, sagt Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität (BEM). Allein in München würden bei rund 216 Millionen gefahrenen Kilometern pro Jahr, etwa 18 Millionen Liter Diesel verbrannt. Elektro-Taxis könnten dazu beitragen, die Schadstoff- und Feinstaub-Belastung in den Städten zu reduzieren und seien auch ein idealer Werbeträger für den alternativen Antrieb, meint der Elektrolobbyist. Bisher ist der Anteil der Elektro-Taxis aber noch gering. Allein der Hybrid, beispielsweise beim Toyota Prius, kommt auf nennenswerte Marktanteile.

Tatsächlich sollen in den kommenden Jahren aber mehrere Modelle auf den Markt kommen, die von ihren Leistungsdaten als Taxi geeignet wären, allen voran der Ampera-E von Opel, der mit einer Reichweite von 500 Kilometern auch für Taxifahrten bestens geeignet wäre. Einige Unternehmer warten aber auch auf das Model 3 von Tesla, das mit einem Verkaufspreis von mutmaßlich 35.000 Euro auch bei Taxifahrern einschlagen könnte – wäre da nicht die neue Verordnung.

Bei einigen Unternehmern sorgt das für Unmut. „Meine zwei bestellten Tesla Model 3, die ich 2018 einsetzen wollte, kann ich damit einstampfen“, sagt Peter Köhl, ein Taxiunternehmer aus München. Nur ein Ausweg wäre möglich: Tesla müsste die Umrüstung vor dem Verkauf übernehmen. Ob das in Zukunft geplant sei, konnte Tesla auf Handelsblatt-Anfrage nicht beantworten.

Auch der der französische Renault, der in Deutschland Marktführer bei Elektroautos ist, hat bislang keine guten Nachrichten für die Taxiunternehmer. „Taxi-Pakete hatten wir für unsere Elektrofahrzeuge bislang nicht im Angebot und haben derzeit auch nicht geplant, das zu ändern", teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

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