Verpackungshersteller
Trump versetzt Gerresheimer in Alarmbereitschaft

Der Verpackungshersteller Gerresheimer hat seine Wachstumsziele erreicht und den Umsatz um mehr als sieben Prozent gesteigert. Doch die Politik von US-Präsident Trump wirkt sich bereits auf das laufende Geschäft aus.
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DüsseldorfDer Spezialverpackungshersteller Gerresheimer bekommt erste Auswirkungen des Dekrets von US-Präsident Donald Trump gegen die Gesundheitsreform seines Amtsvorgängers zu spüren. „Die angekündigte Rücknahme von Obamacare hat in den USA eine relativ hohe Zurückhaltung bei unseren Kunden ausgelöst“, sagte Firmenchef Uwe Röhrhoff am Mittwoch in Düsseldorf. Das habe im ersten Quartal des seit Dezember laufenden Bilanzjahres 2016/17 auf den Umsatz gedrückt. „Wir starten zum Jahresauftakt am unteren Rand der Prognosebandbreite.“ Amerika ist mit einem Anteil von 26 Prozent am Gesamterlös der zweitgrößte Markt für Gerresheimer hinter Europa.

Im vergangenen Jahr erreichte der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Konzern seine Wachstumsziele und will seine Aktionäre mit einer höheren Dividende an der Gewinnsteigerung beteiligen. Röhrhoff kündigte zudem für 2017 weitere Umsatz- und Ergebnissteigerungen an. Zudem halte er nach Zukäufen Ausschau. Er traue sich eine Akquisition in der Größenordnung von 500 Millionen Euro zu.

Bei den Anlegern konnte er damit aber nicht punkten. Die Aktie gab zeitweise um rund sechs Prozent nach. „Die Zahlen für das abgelaufene Jahr bereiten Verdruss und der Ausblick auf 2017 kann auch nicht begeistern“, sagte ein Händler. Die Kursverluste seien allerdings übertrieben. DZ-Bank-Analyst Sven Kürten bekräftigte seine Kaufempfehlung für Gerresheimer. Die Prognose für das laufende Jahr liege im Rahmen der Erwartungen, das erhöhte Margenziel für 2018 überrasche sogar positiv.

Gerresheimer verbuchte in dem im November abgelaufenen Bilanzjahr 2015/16 bei einem Umsatzplus von 7,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 307,8 (262,6) Millionen Euro. Die Anleger sollen eine Dividende von 1,05 (Vorjahr: 0,85) Euro je Aktie erhalten.

Für 2017 plant Röhrhoff einen Umsatz von 1,43 Milliarden Euro mit möglichen Abweichungen nach oben und unten von 25 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda soll rund 320 Millionen Euro erreichen, plus minus zehn Millionen Euro. Bei den Planungen legte der Vorstand einen US-Dollar-Kurs von 1,10 Dollar zum Euro zugrunde. Für 2018 hob der Vorstand sein Margenziel (Ebitda-Rendite) auf 23 von zuvor 22 Prozent an.

In den vergangenen beiden Jahren hatten sich die Rheinländer von ihren Bereichen Röhren- und Laborglas getrennt. Zudem erwarb der Konzern den US-Hersteller von Kunststoffverpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente Centor. „Wir machen jetzt nur noch in Kerngeschäft“, betonte Röhrhoff.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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