Verpackungsindustrie
Flaute auf Parfummarkt setzt Gerresheimer zu

Gerresheimer spürt die Krise und wird vorsichtiger. Der Spezialverpackungshersteller hat den Ausblick fürs laufende Jahr gesenkt. Der Umsatzzuwachs dürfte im Kerngeschäft zwischen plus ein und minus drei Prozent liegen. Das wäre nur rund halb so viel wie bisher erwartet wurde.

FRANKFURT. Die Flaute auf dem Kosmetikmarkt zwingt den Spezial-Verpackungshersteller Gerresheimer zu einer Korrektur seiner Prognose. Nachdem zuvor die Nachfrage nach hochpreisigen Parfums gesunken sei, komme nun das mittlere Preissegment unter Druck, sagte Vorstandschef Axel Herberg gestern.

Für das bis Ende November laufende Gesamtjahr erwartet er nun einen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent. Läuft das Geschäft besser, sei auch ein Plus von einem Prozent möglich. Zuvor hatte das Düsseldorfer Unternehmen ein Wachstum von sechs bis sieben Prozent in Aussicht gestellt.

Gerresheimer produziert Flakons unter anderem für den französischen Luxusgüterkonzern L'Oreal, aber auch Douglas und Beiersdorf zählen zum Kundenkreis der Gesellschaft. Während der Absatz von Cremes und Parfums in Westeuropa laut Herberg stabil geblieben ist, entwickelt sich das Geschäft in Osteuropa schwächer. „Vom Osten hin bis Asien wird das Geschäft schwieriger“, sagte der Vorstandschef. Aber auch in anderen Regionen flaut der Absatz ab: Der italienische Luxusartikelverband Altagamma rechnet für 2009 weltweit mit einem Minus von 4,8 Prozent bei Parfums.

Zu schaffen macht Gerresheimer zudem die Zurückhaltung der Laborbetreiber in den USA. Der Umsatz der Sparte „Moulded Glass“, in dem das Geschäft mit den Kosmetikfirmen und Laboren zusammengefasst ist, schrumpfte im zweiten Quartal um mehr als zehn Prozent auf 74 Mio. Euro. Den Rückgang erklärte Herberg auch mit hohen Lagerbeständen bei den Kunden, die diese im vergangenen Jahr angehäuft hätten, um sich für künftiges Wachstum zu rüsten. Wegen der flauen Nachfrage werden diese erst abgebaut, bevor die Firmen neue Bestellungen bei Gerresheimer platzieren.

Der Konzernumsatz sank im zweiten Quartal um 4,3 Prozent auf 264,4 Mio. Euro. Ohne den inzwischen verkauften Bereich Technische Kunststoffe belief sich der Rückgang auf zwei Prozent. Der Gerresheimer-Chef betonte, dass sein Unternehmen mit der Fokussierung auf das Pharmageschäft stabil aufgestellt sei. So wuchs der mit der Pharmaindustrie erzielte Umsatz im zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr rechnet Herberg weiterhin mit einem Wachstum im Bereich der pharmazeutischen Verpackungen.

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