Verpackungsindustrie
Gerresheimer legt Rekordjahr hin – und will mehr

Besser als erwartet: Der Verpackungshersteller Gerresheimer hat Experten überrascht - mit einem rekordverdächtigen Geschäftsjahr und einer in diesen Zeiten verblüffenden Ankündigung. Gerresheimer will nämlich auch in der Krise wachsen.

HB DÜSSELDORF. Der Hersteller von Spezialverpackungen Gerresheimer hat sich nach dem Rekordjahr 2008 trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise zuversichtlich gezeigt. Der Konzern sehe sich "auch 2009 für die globalen Herausforderungen gut gerüstet und strebt ein weiteres deutliches Umsatzwachstum an", sagte Konzernchef Axel Herberg am Dienstag laut Mitteilung. Das Wachstum dürfte sich 2009 im Kerngeschäft aber auf sechs bis sieben Prozent abschwächen. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei eine bereinigte Marge von 19,0 bis 19,2 Prozent zu erwarten. Diesen "vorübergehenden" Margen-Rückgang begründete der Konzern vor allem mit Einmaleffekten wie vielen Produktanläufen sowie Generalüberholungen von Schmelzöfen.

Trotz der Unwägbarkeiten mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft, stark schwankender Rohstoff- und Energiepreise und einer gestiegenen Schwankungsbreite der Wechselkurse sei weiter von Umsatzwachstum im größten und wachstumsträchtigsten Bereich Pharma & Life Science sowie einer profitablen Geschäftsentwicklung des Konzerns in den beiden folgenden Geschäftsjahren auszugehen. Angesichts des derzeitigen Umfeldes seien Prognosen aber noch stark mit Unsicherheit behaftet. Die Kostenstruktur unterliege einer "permanenten Überprüfung", hieß es. Diese werde "konsequent" veränderten Gegebenheiten angepasst.

Dank einer weiter stabilen Nachfrage der Gesundheits- und Pharmaindustrie steigerte der Konzern die EBITDA-Marge im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 (Ende November) auf 19,5 (Vorjahr 19,0) Prozent. Während der Umsatz um 10,7 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro kletterte, verbesserte sich das operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) überproportional um 13,7 Prozent auf 206,4 Mio. Euro. Damit erfüllte der Konzern die selbst gesteckten Ziele und die Erwartungen der Analysten. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) kletterte um 16,3 Prozent auf 135,6 Mio. Euro. Das Konzernergebnis legte auf 4,5 (0,8) Mio. Euro zu. Beim bereinigten Konzernergebnis ergab sich eine Steigerung auf 61,4 (44,3) Mio. Euro. Damit verdienten die Düsseldorfer je Aktie 1,83 (1,34) Euro. Die Dividende soll mit 0,40 Euro je Aktie im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben.

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Marktbeobachter waren von den Zahlen angetan. Diese seien "etwas besser als erwartet" ausgefallen. Die Aktien legten vorbörslich um 1,88 Prozent auf 17,85 Euro zu. Mit seinen Kennzahlen erfüllte der MDax-Neuling einer ersten Händlerstimme zufolge die Erwartungen. Zusammen mit einem "ganz guten Ausblick" ergebe sich ein moderat positives Gesamtbild, so der erste Tenor am Markt.

Alle Bereiche waren den Angaben zufolge am deutlichen Umsatzwachstum 2008 beteiligt. Besonders stabil und wachstumsstark sei erneut das Geschäft in den Märkten Pharma & Life Science verlaufen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Spezial-Spritzensystemen habe entscheidend zum Wachstum beigetragen. Ein weiterer Wachstumstreiber sei das Geschäft mit Kunststoffsystemen gewesen. Hier seien es vor allem Inhalatoren für die Asthmabehandlung sowie Produkte für die Diabetesdiagnose und-behandlung, die sehr stark nachgefragt worden seien.

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