Verpackungsindustrie
Restrukturierung bei SIG belastet das Ergebnis

Der Schweizer Verpackungskonzern SIG bekommt die Kosten für die eingeleitete Restrukturierung zu spüren. Der Konzerngewinn schrumpfte im ersten Halbjahr um 49 Prozent auf 20 Mill. Euro. Ohne den Aufwand für die Restrukturierung hätte der Konzerngewinn 35 Mill. Euro betragen, nach 39 Mill. Euro in der Vorjahresperiode.

oli ZÜRICH. Der Umsatz dagegen legte zwölf Prozent auf 646 Mill. Euro zu, was nach Ansicht von Konzernchef Rolf-Dieter Rademacher ebenso wie ein operativ gestiegenes Betriebsergebnis Zeichen für den Erfolg der neuen Strategie sind. Vor allem das Osteuropa-Geschäft aber auch die Entscheidung, die Märkte in Asien und insbesondere in China zu bearbeiten, zahlten sich aus, sagte Rademacher dem Handelsblatt.

Die im ersten Halbjahr eingeleiteten Maßnahmen zu Kostensenkung sollen sich im zweiten Halbjahr bemerkbar machen. Zu diesen Maßnahmen gehören Werksschließungen im britischen Newcastle und auch ein Personalabbau in Deutschland, dem nach wie vor mit Abstand wichtigsten Markt der Schweizer. Hier beschäftigt SIG rund 3 000 Mitarbeiter an zwei Standorten bei Aachen und in Wittenberg. Etwa 40 Arbeitsplätze werden gestrichen, rechnete Rademacher vor.

In der langen Geschichte des Unternehmens gibt es zahlreiche Umstrukturierungen und wenig, was SIG nicht produziert hat. Briefmarkenautomaten, Waffen und Seilbahn-Gondeln zählten einst zur Produktpalette. Jetzt stellt das in Neuhausen am Rhein beheimatete Unternehmen Verpackungen für empfindliche Lebensmittel samt den zugehörigen Maschinen her.

Es ist darin so erfolgreich, dass es nach Tetrapack die Nummer zwei auf der Welt ist. Da es aber in dieser Branche nur zwei große Anbieter gibt, ist SIG quasi auch gleichzeitig das Schlusslicht. 15 Prozent Marktanteil haben die Schweizer, 85 Prozent hat Tetrapack. Die SIG Margen waren früher wegen der mangelnden Konkurrenz außerordentlich hoch. 2002 aber zogen die Rohmaterial-Preise an, die Kunden bevorzugten nun PET-Flaschen anstelle der Saftkartons. Ein schwächelnder Dollar tat sein übriges. Die Marge brach von knapp 15 Prozent auf rund acht Prozent ein, das Unternehmen rutschte in die roten Zahlen, das Management wechselte. Die Abhängigkeit vom labilen deutschen Markt wurde mehr und mehr zum Problem.

Die neue Führungscrew unter Rademacher und dem von Apollinaris aus Hamburg stammenden Verwaltungsratspräsidenten Lambert Leisewitz begann mit der Restrukturierung. Einen Angriff von Finanzinvestoren, wehrte SIG in diesem Jahr weitgehend ab. „Es gab eine Zeit, da waren Event-getriebene Hedge-Funds bei uns sehr aktiv“, bilanzierte Rademacher am gestrigen Dienstag. Inzwischen seien aber vor allem wieder langfristig denkende Anteilseigner an Bord des Unternehmens, das sich zu 80 Prozent in der Hand kleiner Aktionärsgruppen befindet.

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