Das hat den Bad Homburger Konzern zwar nicht von einem ehrgeizigen Expansionskurs abgehalten, ihn aber gezwungen, 1996 den Kauf der damals weitaus größeren National Medical Care in den USA durch einen separaten Börsengang der durch diese Fusion neu entstehenden Firma Fresenius Medical Care
(FMC)
zu finanzieren, in die Fresenius die eigene Dialysetechniksparte einbrachte. FMC
mit einem Umsatz von umgerechnet rund sieben Mrd. Euro ist heute der weltweit führende Anbieter von Dialyse-Produkten und Dialyse-Dienstleistungen.
An dem im Dax notierten Unternehmen halten externe Aktionäre zwar rund zwei Drittel der Kapitalanteile, die unternehmerische Kontrolle liegt aber weiterhin voll bei Fresenius, die FMC
komplett in ihrem Abschluss konsolidiert. Weitere Börsengänge von Teilkonzernen, insbesondere ein Listing der Sparte Kabi - etwa zur Finanzierung der APP-Übernahme - schloss Fresenius-Chef Schneider am Montag aus. Allerdings werde der Konzern nach der APP-Übernahme weitere Akquisitionen erst einmal vorsichtiger angehen, sagte Schneider. Vorrang habe der Abschluss der APP-Transaktion.
Nach dem Klinikbetreiber Helios und dem US Renal Care Group-Dialysespezialisten ist APP für den Fresenius-Konzern bereits die dritte Milliardenübernahme innerhalb von vier Jahren. In den vergangenen drei Jahren hat der Fresenius-Konzern rund 5,6 Mrd. Euro in verschiedene Akquisitionen investiert. Dazu gehörte vor allem die Übernahme von Renal Care durch FMC
und der Kauf der Klinikkette Helios, die jetzt mit 1,8 Mrd. Euro Umsatz der drittgrößte Unternehmensbereich von Fresenius ist.

