Die APP-Übernahme soll nach den Worten von Finanzvorstand Stephan Sturm überwiegend fremdfinanziert werden. Grundsätzlich sei aber auch eine Kapitalerhöhung vorgesehen. Der Mix aus Fremd- und Eigenkapital soll so gestaltet werden, dass mögliche Auswirkungen auf die Ratings der Fresenius SE minimiert werden. Standard & Poor's stuft die Fresenius SE aktuell mit BB ein. Moody's gibt dem Unternehmen ein Rating von Ba 1, stufte am Montag allerdings den Ausblick von neutral auf negativ herab. Sollte die Bewertung zurückgenommen werden, "wäre das nicht das Ende der Welt", meinte Finanzvorstand Sturm am Montag. Details zur Finanzierung will das Unternehmen in den nächsten Wochen vorlegen.
Zum Ende des Jahres 2007 hat der Konzern Netto-Finanzschulden von rund 4,7 Mrd. Euro ausgewiesen, was rund dem 2,3-Fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und gut dem Achtfachen des letzten Free-Cashflows entspricht. Durch die Übernahme von APP dürfte die Verschuldung auf gut das Dreifache des Ebitda ansteigen.
Dessen ungeachtet erwartet das Fresenius-Management, dass sich die Akquisition entsprechend dem Finanzierungsplan im ersten Jahr neutral und ab dem zweiten Jahr deutlich positiv auf das Ergebnis pro Aktie auswirken wird. Ziel ist es laut Sturm, die Nettoverschuldung 2010 im Verhältnis zum Ebitda auf einem Wert von 2,5 bis 3,0 des Ebitda zurückzuführen. Der Umsatz des Konzerns soll bis dahin auf 15 Mrd. Euro wachsen.

