Verschiedene Strategien
Belgische Pharmafirmen drängen nach vorn

Mit der belgischen UCB zeigt jetzt ein Unternehmen in der Pharmabranche Flagge, das lange im Hintergrund agierte. Die geplanten Übernahme von Schwarz Pharma bringt den belgischen Arzneimittelhersteller mit künftig rund 3,3 Mrd. Euro Umsatz nun erstmals unter die führenden 25 Unternehmen der Branche.

shf FRANKFURT. Wie weit seine Ambitionen reichen, machte der Konzern indessen bereits vor zwei Jahren deutlich mit dem Erwerb von Celltech, dem führenden britischen Biotechunternehmen. Mit diesem Zukauf rückte UCB unvermittelt unter die wichtigsten Akteure und Patentinhaber im Bereich der Antikörper, einer Substanzklasse, die in den vergangenen Jahren eine steile Karriere als Pharmawirkstoff erlebte. Einer der wichtigsten Produktkandidaten von UCB, ein neuer Wirkstoff gegen chronische Darminfektionen stammt aus der Celltech-Forschung. Das derzeitige operative Geschäft von UCB wird dagegen vor allem von dem Epilepsie-Medikament Keppra und dem Allergiemittel Zyrtec geprägt, das der US-Konzern Pfizer in den USA in Lizenz vermarktet. Zyrtec und Keppra lieferten 2005 jeweils rund 560 Mill. Euro zum Gesamtumsatz von 2,3 Mrd. Euro. Zyrtec wird indessen 2007 den Patentschutz in den USA verlieren, Keppra im Jahr 2008.

Das Geschäft von Schwarz Pharma mit rund einer Mrd. Euro Umsatz und Schwarz-Neuentwicklungen wie das Parkinsonpflaster Neupro, das sich bereits im Zulassungsverfahren befindet, bringen daher eine günstige Ergänzung.

Ähnlich wie UCB hat auch der belgische Chemiekonzern Solvay bereits in den vergangenen Jahren eine Vorwärts-Strategie im Pharmabereich gestartet. Für rund 1,3 Mrd. Euro erwarb Solvay 2005 den französischen Pharmahersteller Fournier und stärkte damit seine Aktivitäten im Bereich der Herz-Kreislauf-Krankheiten. Darüber hinaus spielen ebenfalls Mittel gegen neurologische Erkrankungen wie Parkinson und Epilepsie eine wichtige Rolle.

Anders als die Konkurrenten UCB, der sich parallel zum Pharmaausbau von seinen Chemie- und Foliensparten trennte, sowie Akzo, der gerade eine Abspaltung der Pharmasparte vorbereitet, setzt Solvay weiterhin auf eine Misch-Struktur. Zum Gesamtumsatz von rund 8,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr trug das Pharmageschäft mit 2,3 Mrd. Euro nur gut ein Viertel bei. Der Rest entfiel auf Kunststoffe und Chemikalien. Zusammen mit Bayer und Merck ist Solvay damit praktisch der letzte Konzern, der Chemie und Pharma noch unter einem Dach betreibt.

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