Verschlechterte Prognose
Autozulieferer ZF will weniger Stellen schaffen

Anlässlich der Messe IAA verkündete das Friedrichshafener Unternehmen, 1000 Stellen weniger zu schaffen als bisher geplant. Grund sei die uneinheitliche Entwicklung der Absatzmärkte. Zudem will ZF die Kosten senken.
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HannoverDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen nimmt seine Pläne zur Aufstockung der Belegschaft ein Stück zurück. Statt der noch im Frühjahr angekündigten 4500 neuen Stellen, soll die weltweite Belegschaft im laufenden Jahr nur noch um 3500 Mitarbeiter wachsen, wie ZF am Dienstag anlässlich der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover mitteilte. Als Grund für die Zurückhaltung nannte der seit Mai an der ZF-Spitze stehende Vorstandschef Stefan Sommer die uneinheitliche Entwicklung der Absatzmärkte bei Pkw und Lkw.

Zudem will der neue ZF-Chef bei den Kosten auf die Bremse treten: Den Lieferanten will er in den kommenden beiden Jahren jeweils Preisnachlässe von jeweils gut 2,5 Prozent abtrotzen, was insgesamt 500 Millionen Euro sparen soll. „Wir müssen unser Wachstum noch profitabler generieren“, gab Sommer die Marschroute vor. Mit striktem Kostenmanagement solle „Druck von der Marge“ genommen werden, um die geplanten Investitionen zur Produktionserweiterung bezahlen und finanziell unabhängig bleiben zu können. „Der Gewinn ist stärker unter Druck, als wir das in der Planung (für 2012) berücksichtigt hatten“, sagte Sommer in einem Reuters-Interview mit Blick auf Mehrkosten für Sonderschichten und Frachten.

Während das Pkw-Geschäft bei ZF stark wächst, weht dem Konzern mit zuletzt knapp 71.500 Mitarbeitern im Nutzfahrzeug-Markt der Wind ins Gesicht. Mit der guten Nachfrage nach verbrauchsärmeren Automatikgetrieben wurde die schwächere Entwicklung bei Lkw und Bussen im bisherigen Jahresverlauf ausgebügelt: Von Januar bis August kletterte der Umsatz des im Stiftungsbesitz befindlichen Konzerns mit Rückenwind aus den USA und China um 16 Prozent auf knapp 11,7 Milliarden Euro. Bis Jahresende hat sich ZF einen Anstieg um zehn Prozent auf rund 17 Milliarden Euro vorgenommen, wie Vorstandschef Sommer bekräftigte. 2012 und 2013 sind Investitionen von jeweils 1,5 Milliarden Euro eingeplant, unter anderem entsteht in den USA ein neues Getriebewerk. 2015 soll der Umsatz des mit Bosch und Continental konkurrierenden Unternehmens auf 20 Milliarden Euro steigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Druck auf vor allem kleinere Lieferanten auszuüben ist für große Konzerne wie ZF Friedrichshafen immer eine leichte Entscheidung. Sobald man Marktmacht hat und ein Lieferantenwechsel keine maßgeblich schlechte Folgen nach sich zieht. Auf der anderen Seite hingegen kann ein Abnehmerverlust für den kleinen Lieferanten das Aus bedeuten und akzeptiert stillschweigend den Kostendruck. Hier zeigt sich dass erfolgreiche Innovationen das um und auf sind um auf in schwierigeren Zeiten standzuhalten. Continental z.B. hat dies mit seiner neuen Recyclinginnovation geschafft, die nicht nur umwelt- und ressourcenfreundlich ist, sein Betriebsausbau fördert sondern auch noch neue Arbeitsplätze schafft.

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