Verschmutzungsrechte
Flaute an den "Grünen Börsen"

Das Recht, die Umwelt zu verschmutzen, kann die Industrie per Wertpapier kaufen. Doch nicht nur das Interesse an Verschmutzungsrechten, sondern auch ihr Preis ist gesunken. Einige Skandale setzen dem Geschäftszweig zu.
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Frankfurt, BerlinDie Idee hatte was: Um zu zeigen, dass sich prosperierende Marktwirtschaft und funktionierender Umweltschutz vereinbaren lassen, legten sich 39 Industrieländer beim Umweltgipfel von Kyoto 1997 auf Obergrenzen für sechs Treibhausgase fest. Das Instrument, um die Reduktionsziele zu erfüllen, war der Handel mit Emissionszertifikaten. Das Recht, die Umwelt zu verschmutzen, sollte teuer bezahlt werden und wie ein Wertpapier an einer Börse gehandelt werden können. Heute, 14 Jahre später, haben sich zwar von Green Exchange bis Bluenext zahlreiche Börsen auf diesem Gebiet etabliert, doch inmitten einer heißen Konjunkturphase in Deutschland, in der der Emissionshandel eigentlich ein blühender Geschäftszweig sein sollte, herrscht an den entsprechenden Börsen Flaute.

Beispiel: European Energy Exchange (EEX) in Leipzig. Die Börsianer dort berichten, dass im wichtigsten Marktsegment für europäische Kohlendioxid-Emissionsberechtigungen (EUA) im vergangenen Monat insgesamt nur noch 6,39 Millionen Verschmutzungsrechte gehandelt wurden. Zum Vergleich: Im Juli 2010 lagen die Umsätze bei 22,51 Millionen Kontrakten.

Der Kurs hat sich fast halbiert

Analog zu den schrumpfenden Umsätzen gingen auch die Preise für die Emissionsrechte in den Keller. Nachdem noch im April dieses Jahres rund 17,50 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) für Verschmutzungsrechte, die im Jahr 2012 genutzt werden dürfen, bezahlt wurden, lag der Preis Anfang dieses Monats nur noch bei etwa elf Euro. Begründet wird der starke Einbruch zum einen mit den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und zum anderen mit den konjunkturellen Unsicherheiten. Sollte die europäische Wirtschaft nicht brummen und die Industrieanlagen in den kommenden Monaten auf Sparflamme laufen, verringert sich der Ausstoß von Treibhausgasen, so dass am Markt für Emissionsrechte ein Überschuss entsteht.

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