Verschwundene E-Mails: Ermittler durchsuchen EnBW-Zentrale

Verschwundene E-Mails
Ermittler durchsuchen EnBW-Zentrale

Es war ein seltsames Bekenntnis: Ein russischer Lobbyist gab im Handelsblatt-Interview an, Schmiergeld von der EnBW erhalten zu haben. Jetzt erhalten der Konzern und Ex-Chef Claassen Besuch von der Staatsanwaltschaft.
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Karlsruhe/MannheimDie Staatsanwaltschaft Mannheim hat nach Informationen des Handelsblatts die Konzernzentrale des Energieunternehmens EnBW, die Wohnräume der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen und Gerhard Goll sowie des aktuellen Technikvorstandes Hans-Josef Zimmer und des ehemaligen Russland-Beauftragten Wolfgang Heni durchsucht.

Wie die Behörde auf Anfrage bestätigte, vollstreckte sie Durchsuchungsbeschlüsse gegen drei Firmen und sieben Privatwohnungen. Der Vorwurf: Untreue und Steuerhinterziehung.

Hintergrund sind die Geschäfte der EnBW mit dem russischen Lobbyisten Andrej Bykow. Dieser behauptet, die EnBW habe ihm über Scheinverträge rund 200 Millionen Euro gezahlt. Rund die Hälfte davon als Schmiergeld für „Klimapflege“ in Russland, die andere Hälfte als Honorar.

Die EnBW bestreitet die Vorwürfe und fordert 130 Millionen Euro von Bykow zurück. Ende 2012 wurde bekannt, dass tausende von E-Mails zu dem Sachverhalt verschwunden sind. Nach Informationen des Handelsblatts sind unter anderem diese Mails Grund für die aktuellen Durchsuchungen.

Die EnBW hatte über Jahre hinweg Geschäfte in dreistelliger Millionenhöhe mit Bykow gemacht. Sie wirft dem Russen vor, bei mehreren Verträgen keine oder keine ausreichende Gegenleistung erbracht zu haben, bekam vor Schiedsgerichten allerdings nur einen Teil der strittigen Summen zugesprochen. Ursprünglich wollte sich EnBW 120 Millionen Euro von Bykow zurückholen.

Die Namen der Manager, gegen die ermittelt wird, wollte Peter Lintz, Sprecher der Mannheimer Staatsanwalt, nicht nennen. Die Durchsuchungen der Privaträume seien „bundesweit“ gewesen, konkrete Orte gab der Staatsanwalt nicht preis. Durchsuchungen gehören bei derartigen Ermittlungen zum Standard, machte er deutlich. Dass sie gerade jetzt erfolgt seien, habe keinen konkreten Anlass gehabt. „Einen Überraschungseffekt gab es nicht mehr“, sagte Lintz.

Die EnBW betonte in einer Stellungnahme, sie unterstütze die Behörden bei den Ermittlungen. Dem Unternehmen sei an einer „vorbehaltlosen, umfassenden, absolut vollständigen und schnellen Klärung“ der Sachverhalte gelegen. Wie der Energiekonzern weiter mitteilte, war Gegenstand der Durchsuchung neben dem Russland-Geschäft auch der Verdacht von Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Auch dieses Verfahren laufe schon länger, erklärte EnBW.

Kommentare zu "Ermittler durchsuchen EnBW-Zentrale"

Alle Kommentare
  • Das Problem ist wohl, dass man in Russland ein anderes verständnis davon hat wo Gefälligkeiten aufhöhren und die Korruption anfängt.
    Sonst hätte der russische Geschäftspartner wohl kaum so freimütig davon berichtet ; -)=)

  • Das ist auch der Grund, warum das „Antikorruptionsgesetz“ im Bundestag noch nicht beschlossen wurde.
    Die Verhinderer sind wieder mal Schwarz-Gelb.
    Komisch, bei den Rettungspaketen kann es gar nicht schnell genug gehen mit dem Abnicken und Durchwinken.
    Wenn es diesen Selbstdarstellern und Lobbyistenvertretern im Deutschen Bundestag aber an den eigenen Geldbeutel gehen soll, dann wird vertagt und verschoben, solange es durch den öffentlichen Druck noch möglich ist. Immer schön weiter abkassieren.
    IUch wünsche mir, dass sich endlich auch Politiker/innen für ihr Handeln und ihre Taten strafrechtlich verantworten müssen. Entweder wir leben hier in Deutschland in einem demokratischen freien Rechtsstaat, oder ihr könnt euer system und euren Laden zukünftig dicht machen, weil euch eh aus dem Volk keiner mehr glaubt.

    Mehr Infos hier:
    http://www.cicero.de/berliner-republik/abgeordnetenbestechung-korruption-siegfried-kauder-durch-den-reisswolf-bundestag/54222

  • sein Name Wutz Claasen

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Niemand wird in diesem Land persönliche Konsequenzen für Korruption tragen müssen. Für die Staatsanwaltschaft ist das eine Beschäftigungstherapie und für die Claasens, Wulfs und Pierers dieser Welt kostenlose Promotion. Die Voest Alpine bezahhlt 300.000 €/Jahr für den Oberschienenfreund für die nächsten 5 Jahre - das hat die Bahn rund 1 Mrd. € gekostet - und klagt die Bahn ? was macht die Staatsanwaltschaft ? - na ? - nichts.
    Eine Schande für unser Land, unsere Werte, unsere ehrlichen Bürger, die hier öffentlich demontiert werden. Zum K.

  • @schmiermichl
    Nomen est omen?

    Nur weil ein Denunziant das Dreckwerfen anfängt, muß da noch nichts dran sein. Ganz astrein ist der Vogel ja wohl auch nicht und von 'glaubwürdig' sicher soweit entfernt wie Pluto von der Sonne.

  • Was soll ihm denn passieren?
    Bundesverdienstkreuz, Ehrenmedaille, Eine Straße wird nach ihm benannt.

    Deutschland war schon immer korrupt und verbrecherisch unterwegs. Wer dass nicht weiß ist wohl Blind, Taub und Stumm.

    Die organisierte Kriminalität arbeitet gerne in Deutschland, denn hier bekommt man für Geld alles!

    Die meisten Verbrecher, haben doch nichts zu befürchten, nein im Gegenteil, sie bekommen Chance für Chance, die Opfer werden im Stich gelassen. Die besten Beispiele sind die Bankenrettungen, Die Steuerparadiese der Promis, usw. usw..

    D E U T S C H L A N D I S T V E R B R E C H E R L A N D


    http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/ex-dekan-unter-verdacht-plagiatsfall-erschuettert-elite-universitaet/8085054.html

  • das gegenteilist der fall

    es ist auf grund der professiknellen dokumentation im unternehmen erwiesen,daß claassen nicht nur kenntnisse von den vorgängen hatte sondern auch aktiv an der ausgestaltung beteiligt war.

    der eitle pfau hat sich sogar nicht entblödet einen orden in rußland von seinem geschmierten umhängen zu lassen

    jetzt gilts herauszufinden,wer alles an den kick backs beteiligt wurde.bykow singt die jungs in knast

  • es wa dringend notwndig, dass die Staatsanwaltschaft haerter zur Sache geht.
    Wenn sich das Blatt nichtkompltt wendet, dann wid es schwer fuer EnBW.
    Was Claassen anbelangt, so darf man bei seiner unbestrittenen Cleverness davon ausgehen, dass er mittlerweile in jeder Hinscht vorereitet ist. Alle, die ihn gerne weiter fallen sehen wollen, werden enttaeuscht sein weil er einmal mehr rechtlich nicht zu belangen sein wird.

  • Ich hab' vor langer Zeit dessen Buch "Wir Geisterfahrer" gekauft und gelesen, fand es super (Asche auf mein Haupt).
    Dass sich der Autor als megalomanischer Raffke geriert, schlimmer als die Beispiele in seinem Buch, wer konnte das ahnen?

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