Versicherer erstellen Schwarzliste nicht versicherbarer Medikamente
Versicherer wollen Pharmabranche meiden

Die Versicherer machen mit der Pharmabranche angeblich nur noch ungern Geschäfte. Grund sind einem Bericht zufolge die extrem gestiegenen Schadenersatzforderungen wegen der Nebenwirkungen gefährlicher Medikamente.

HB BERLIN. Nach den Skandalen um Medikamente mit gefährlichen oder tödlichen Nebenwirkungen droht der Pharmaindustrie angeblich ein Versicherungsnotstand. Die Swiss Re habe sich beispielsweise aus dem Markt für die Versicherung der Pharmaunternehmen zurückgezogen, berichtet das Magazin «Spiegel» am Wochenende vorab. Der Marktführer Münchener Rück habe die Prämien drastisch angehoben und versichere die Pharmabranche nur «sehr selektiv», sagte ein Sprecher dem Magazin. Weltweit seien außerdem die Höchstschadensgrenzen für die Hersteller von Medikamenten von 750 auf 600 Millionen Dollar gesenkt worden, haben dem Bericht zufolge Londoner Analysten herausgefunden.

Grund für die Entwicklung seien die in kurzer Zeit in die Höhe geschnellten Regressforderungen geschädigter Patienten insbesondere auf dem US-Markt. Experten gehen beispielsweise davon aus, dass der Pharmakonzern Merck wegen der Nebenwirkungen des Schmerzmittels Vioxx mit Schadenersatzforderungen in Höhe von 30 Milliarden Dollar rechnen muss. Versichert sei das Unternehmen allerdings nur mit 630 Millionen Dollar, hieß es.

In künftigen Verträgen wollen die Versicherer deshalb das Schadenersatzrisiko verstärkt auf die Hersteller abwälzen. Einzelne Produktlinien könnten womöglich gar nicht mehr versichert werden. Analysten schätzen, dass bereits 30 Medikamente mit Milliardenumsätzen, so genannte Blockbuster, auf der schwarzen Liste der Versicherer stehen, berichtet der «Spiegel» weiter.

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