Versicherungen wollen Millionenschaden übernehmen
Lloyd-Werft steht vor der Rettung

Die angeschlagenen Bremerhavener Lloyd-Werft ist gerettet. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bald das Unternehmen von der Insolvenz in einen Vergleich steuern können“, sagte Lloyd-Geschäftsführer Werner Lüken am Dienstag dem Handelsblatt. Wann die Umstellung kommt, blieb zunächst aber noch unklar.

lip HAMBURG. Durch einen Vergleich hat der Schiffbaubetrieb mit seinen 530 Mitarbeitern die Chance, als eigenständige Gesellschaft langfristig weiter zu existieren. Denn bei einem Vergleich wird das Insolvenzverfahren abgewendet und damit eine Zerschlagung des Unternehmens verhindert. Damit wäre die Lloyd-Werft ein zweites Mal in ihrer Firmengeschichte vor dem endgültigen Aus gerettet. Der Schiffbaubetrieb musste nach dem Zusammenbruch des Bremer Vulkans 1996 ebenfalls Insolvenz anmelden. Durch einen Vergleich konnte die Werft hingegen gerettet werden.

Hintergrund dafür ist, dass die Baseler Securitas-Gruppe den mehr als 50 beteiligten Versicherungen empfohlen hat, den Schaden für das havarierte US-Kreuzfahrtschiff „Pride of America“ zu begleichen. Er beläuft sich auf weit mehr als 120 Mill. Euro, erfuhr das Handelsblatt übereinstimmend aus Werft- und Versicherungskreisen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Versicherungen den Schaden bezahlen“, ergänzte Lüken.

Ein Sprecher der Securitas erklärte auf Anfrage, dass der Vorgang noch geprüft werde. Er bestätigte aber, dass sich die beteiligten Versicherungen vor kurzem getroffen hätten, um über den Fall zu entscheiden. Die Baseler Securitas ist Konsortialführer des Firmenkonsortiums, bei dem die Pride of America gegen Schäden versichert wurde. Sie hat auch den größten Teil des Schadens zu tragen, den sie allerdings bei anderen Rückversicherungen abgesichert hat, hieß es aus Kreisen der Securitas.

Damit erhöhen sich die Chancen, dass die Lloyd-Werft das havarierte Passagierschiff fertigstellen kann, um es an die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) zu liefern. Das Bremerhavener Schiffbauunternehmen war wegen der Havarie des für 2 000 Passagiere ausgelegten Kreuzfahrtschiffes im Februar in finanzielle Schwierigkeiten geraten. So war der Luxusdampfer bei einem Sturm gekentert und lag bis vor einigen Wochen mit Schlagseite an der Pier.



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