Versöhnliche Töne gegenüber Boeing
Airbus erwartet deutliches Gewinnplus

Nach drei Jahren Krise in der zivilen Luftfahrt sieht der Flugzeugbauer Airbus eine zunehmende Markterholung. Außerdem erwartet Airbus für das erste halbjahr ein kräftiges Gewinnplus. Im Streit um Subventionen mit den USA und dem Erzrivalen Boeing schlugen der Flugzeugbauer versöhnlichere Töne an.

HB FARBOROUGH. Es gebe Anzeichen für eine Konjunkturerholung der kommerziellen Luftfahrt, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard am Montag auf der britischen Luftfahrtmesse in Farnborough bei London. Airbus liege mit der Produktion des Großraumflugzeugs A380 im Plan und wolle auch in diesem Jahr mehr Maschinen ausliefern als der Boeing-Konzern, der sich ebenfalls im Aufwind sieht und zum Start der wichtigsten Branchenschau in diesem Jahr gleich einen Auftrag vermeldete: Die Fluglinie Emirates bestellte vier Maschinen vom Typ Boeing-777 mit einer Option auf neun weitere Flugzeuge.

Die EADS-Tochter Airbus erwarte im ersten Halbjahr einen deutlichen Zuwachs beim operativen Gewinn (Ebit) gegenüber dem Vorjahreswert von 621 Millionen Euro, sagte Forgeard ein Woche vor Bekanntgabe der Quartalszahlen des Luftraum- und Raumfahrtkonzerns EADS. Airbus hatte Boeing im vergangenen Jahr als Weltmarktführer bei Zivilflugzeugen abgelöst. Der Airbus-Chef bekräftigte, 2003 sollten mehr Maschinen ausgeliefert werden als die 305 Flugzeuge vom Vorjahr. Boeing rechnet 2004 mit etwa 185 Auslieferungen.

Große Hoffnung setzt Airbus nun auf seinen „Riesenvogel“ A380, der ab 2006 auf den Markt kommen soll. „Wir liegen im Plan für den ersten Flug im nächsten Jahr“, sagte Forgeard, der Medienberichte über ein zu großes Gewicht erster Prototypen erneut zurückwies. Die Maschine soll 555 Passagiere auf zwei Etagen befördern und damit das größte Verkehrsflugzeug der Welt werden - in Sonderversionen können sogar 800 Reisende Platz finden. Erste Flugtests der Maschine, die in Toulouse und Hamburg montiert wird, werden mit Spannung erwartet, weil Boeing kein solch großes Flugzeug hat. Erst am Sonntag hatte Boeing nicht ausgeschlossen, sein Premiumprodukt Boeing 747 mit einer größeren Version zu erweitern. Die Maschine kann bisher rund 400 Passagiere befördern.

Seit den jüngsten Erfolgen von Airbus hat Boeing dem europäischen Konzern mehrfach vorgeworfen, unfaire Subventionen von der Europäischen Union (EU) zu bekommen - ein Vorwurf, den Airbus vehement zurückweist. Airbus-Chef Forgeard betonte, er wolle keinen Handelskonflikt mit den USA: „Wird Airbus einen Handelskrieg beginnen? Nein Ich bezahle lieber Ingenieure und Kaufleute als Anwälte und Lobbyisten.“ Airbus halte das 1992 unterzeichnete Abkommen zwischen den USA und der EU ein, das unfaire staatliche Beihilfen im Flugzeugbau verhindern soll. Erst vor wenigen Tagen hatte der US-Senator Patty Murray gedrängt, das Abkommen müsse gekündigt werden. Es beschränkt staatliche Beihilfen bei der Entwicklung neuer Flugzeuge auf ein Drittel der Kosten.

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