Versorger aus Oldenburg will Strompreis langfristig konstant halten
Energiekonzern EWE verdoppelt Gewinn durch Übernahme

Deutschlands fünftgrößter Energiekonzern EWE hat durch die Übernahme der Verbundnetz Gas AG (VNG) seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Der Überschuss sei 2004 auf 180 Mill. Euro von 87 Mill. Euro im Jahr zuvor gestiegen, teilte das Unternehmen gestern mit. Der Umsatz sei auf 6,1 (3,1) Mrd. Euro geklettert.

juf DÜSSELDORF. Der Regionalversorger aus Oldenburg hatte im vergangenen Jahr die Kontrolle über die Leipziger Ferngasgesellschaft VNG, die als ostdeutsche Ruhrgas gilt, übernommen und war so in die Spitzengruppe der deutschen Energiewirtschaft vorgestoßen. Zudem stockte die EWE AG ihre Beteiligung am Bremer Kommunalversorger SWB auf 49 Prozent auf. Sie versorgt jetzt über eine Million Kunden mit Strom und 750 000 mit Gas und setzte 2004 über die neue Tochter VNG 166,6 Mrd. Kilowattstunden Gas an Kommunalversorger und Industriekunden ab.

Der Konzern selbst ist in der Hand von Landkreisen und Städten des Gebietes um Ems, Weser und Elbe. Um die Übernahmen zu finanzieren hatte er zwar kurzfristig den Gang an die Börse erwogen, platzierte aber wegen des schlechten Umfelds letztlich eine Anleihe.

Mit der Anleihe habe sich EWE auch Spielraum für weitere Zukäufe geschaffen, sagte Vorstandschef Werner Brinker. Die EWE AG wolle sich an weiteren Kommunal- und Regionalversorgern in Deutschland beteiligen. Nicht mehr auf der Agenda stehe dagegen die Suche nach einem strategischen Partner: Die kommunalen Aktionären wollten die Kontrolle nicht aus der Hand geben, zudem gebe es für die Übernahme einer Minderheitsbeteiligung kaum Interessenten.

Die Strompreise für Privatkunden will der Konzern nach Brinkers Worten längerfristig konstant halten. Beim Gaspreis deutete Brinker dagegen schon die nächste Preisrunde an: Sollten die Ölpreise auf dem aktuell sehr hohen Niveau bleiben, sei eine weitere Erhöhung der Gaspreise nicht ausgeschlossen. Der Gaspreis ist an die Vorgaben des Ölmarktes gekoppelt.

Im Herbst bekommt die EWE AG ein neues Vorstandsmitglied. Der 47-jährige Michael Wagener, der bisher bei Eon, soll Axel Waschmann als kaufmännischen Vorstand ablösen, der in den Ruhestand geht.

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