Versorger
Bei OMV bricht die Marge ein

OMV muss sich bescheiden: Der österreichische Konzern hat im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal etwas weniger Öl und Gas produziert und eine deutlich niedrigere Raffineriemarge erzielt.
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HB WIEN. Die Erholung der Raffineriemargen hat sich beim österreichischen Ölkonzern OMV im dritten Quartal 2010 nicht fortgesetzt. Zwischen Juni und September sei die Marge auf 1,84 Dollar je Barrel eingebrochen, nachdem sie im Vorquartal noch 3,39 Dollar betragen haben, teilte OMV am Donnerstag mit. Grund dafür seien die geringen Spannen bei den Mitteldestillaten wie leichtes Heizöl, Diesel und Kerosin.

Im Vorjahr fielen die Margen wegen der krisenbedingt niedrigen Nachfrage und Überkapazitäten der Raffinerien in Europa auf unter einen Dollar je Fass. Im ersten Halbjahr 2010 erholten sie sich auf 3,39 Dollar. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer hatte sich vergangene Woche beim Reuters Central European Summit in Wien zuversichtlich gezeigt, dass die Margen im vierten Quartal wieder anziehen.

An der Börse gerieten die OMV-Aktien unter Druck. Die Titel verloren drei Prozent auf 27,58 Euro, während der Branchenindex unverändert notierte. „Die Margen waren deutlich schlechter als vom Markt erwartet“, sagte ein Händler.

Doch nicht nur bei den Margen, auch bei der Produktion von Öl und Gas blieb OMV hinter den Erwartungen zurück. Die Gesamtproduktion habe im dritten Quartal bei 316 000 Barrel Öläquivalent pro Tag gelegen im Vergleich zu 318 000 Barrel im zweiten Quartal. Hauptverantwortlich für die geringere Produktion seien vor allem Wartungsarbeiten in Großbritannien und in der Sauergas-Anlage im österreichischen Aderklaa sowie Produktionskürzungen in Libyen wegen niedrigerer OPEC-Förderquoten. Cheuvreux-Analyst Jean-Charles Lacoste geht in einer Erstreaktion nun nicht mehr davon aus, dass OMV ihr Produktionsziel von 325 000 Fass Öläquivalent pro Tag 2010 noch erreichen wird.

Die Raffinerieverkaufsmengen haben sich hingegen wegen der Urlaubssaison und der damit gestiegenen Nachfrage auf 4,93 Mio. Tonnen erhöht, nach 4,55 Mio. Tonnen im Vorquartal.

OMV rechnet zudem für das dritte Quartal mit Nettosonderaufwendungen von 250 Mio. Euro. Rund 200 Mio. Euro davon würden in etwa zu gleichen Teilen auf Abschreibungen von Strasshof und Kasachstan entfallen. Die Entwicklung von Strasshof sowie die Aktivitäten der rumänischen Tochter Petrom in Kasachstan lägen unter den Erwartungen. Eine kürzlich durchgeführte technische Evaluierung dieser Felder habe ergeben, dass die ursprünglich erwarteten Produktionsmengen nicht erreicht werden.

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