Versorger
EnBW bleibt sehr lange in staatlicher Hand

Gestern betonte das Land Baden-Württemberg sehr deutlich, dass sie sich nur zeitweise mit 45 Prozent an EnBW beteiligt. Heute hört sich das schon anders an: Deutschlands drittgrößter Versorger bleibt über Jahre hinweg in staatlicher Hand.
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HB KARLSRUHE. „Wir werden vielleicht zwei bis drei Jahre an Bord sein“, sagte der im März vor einer schweren Landtagswahl stehende Regierungschef Stefan Mappus am Dienstag auf einer Mitarbeiterversammlung der EnBW in Karlsruhe. Das Land wolle nicht dauerhaft Kernaktionär bleiben, sagte der CDU-Politiker, der am Montag mit dem bisherigen Großaktionär EdF die Übernahme von rund 45 Prozent der Anteile an dem Karlsruher Versorger vereinbart hatte.

Er unterstütze die internationale Expansion der EnBW und wolle das Unternehmen in die erste Börsenliga bringen. Vorrangig sei aber, dass die Vorsorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Wasser und Energie gesichert sei. „EnBW ist ein integraler Bestandteil Baden-Württembergs und wird es bleiben“, sagte Mappus. „Ein ausländischer Investor bekommt keine Mehrheit an der EnBW - egal, aus welchem Land er kommt.“

Das Land hatte sich vor gut zehn Jahren seinen Anteil an dem Versorger an den französischen Energiekonzern EdF (Electricite de France) veräußert. Eine Mehrheitsposition konnten die Franzosen aber wegen eines Stillhalteabkommens mit dem Mitaktionär OEW

nicht erreichen, da die Vereinbarung eine paritätische Beteiligung vorschrieb. Daher war EdF bereit, seinen Anteil von 45,01 Prozent an die baden-württembergische Landesregierung mit einem Aufschlag zu verkaufen. Die CDU/FDP-Koalition in Stuttgart will den Kaufpreis von 4,67 Milliarden Euro über eine von der LBBW begebene Anleihe finanzieren. Die Dividende soll die Zinslast decken.

Zusammen mit den übrigen kommunalen Eigentümern kommt das Land Baden-Württemberg künftig auf einen Kapitalanteil von mehr als 95 Prozent. 45 Prozent der EnBW-Anteile liegen bei dem Zweckverband OEW, einem Zusammenschluss schwäbischer Landkreise und Gemeinden. Der Verband OEW habe zugesagt, seinen Anteil zu halten und auch in Zukunft Kernaktionär zu bleiben, sagte Mappus. „Wir werden mit großen Stadtwerken reden“, sagte Mappus mit Blick auf die geplante Wiederveräußerung des Landesanteils.

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