Versorger
EnBW gibt Beteiligungen ab

Energie Baden-Württemberg (EnBW) stellt nach Informationen des Handelsblatts zwei namhafte Beteiligungen zum Verkauf: EnBW-Chef Hans-Peter Villis prüft den Ausstieg beim Nachbarn MVV Energie aus Mannheim und beim zweitgrößten österreichischen Stromversorger EVN, wie es in Konzernkreisen hieß.

Die beiden Namen wollte Deutschlands drittgrößter Energiekonzern gestern zwar nicht bestätigen, im Rahmen des Zwischenberichts kündigte er aber Desinvestitionen im Volumen von 1,5 Mrd. Euro an.

Am Stadtwerke-Konzern MVV hält die EnBW einen Anteil von 15 Prozent. Gemessen am Aktienkurs wäre das Paket rund 300 Mio. Euro wert. Als potenzieller Interessent wird in der Branche der MVV-Aktionär Rheinenergie aus Köln gehandelt. An EVN, die auf der Liste potenzieller Verkaufskandidaten ganz oben steht, ist EnBW mit knapp 36 Prozent beteiligt. Das Paket dürfte rund eine Mrd. Euro Wert sein, weil es zahlreiche Interessenten anlocken dürfte.

EnBW begründete die geplanten Verkäufe mit den für das Wachstum nötigen Investitionen ins Kerngeschäft. In Unternehmenskreisen hieß es, man wolle sich von Minderheitsbeteiligungen mit beschränktem strategischem Wert trennen.

In der angestrebten Summe von 1,5 Mrd. Euro ist noch nicht der sächsische Versorger Geso einberechnet, von dem sich EnBW nach einem Beschluss des Bundeskartellamts trennen muss, wenn der Versorger wie geplant beim ostdeutschen Gashändler Verbundnetz Gas (VNG) einsteigt. Dieser Verkauf dürfte noch einmal rund 800 Mio. Euro in die Kassen spülen. Die Verkäufe sind intern umstritten. Insbesondere der geplante Rückzug aus Österreich wird in Konzernkreisen als „strategischer Fehler“ kritisiert.

Im ersten Halbjahr spürte EnBW die Wirtschaftskrise deutlich. Der Stromabsatz sank insgesamt um 9,4 Prozent. Industriekunden nahmen sogar 22,3 Prozent weniger Strom ab.

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