Versorger
Eon spürt die Probleme seiner Kunden

Die Wirtschaftskrise trifft inzwischen auch den größten deutschen Energiekonzern Eon spürbar. Der Strom- und Gasabsatz an Industriekunden ist im ersten Quartal 2009 um sieben bis zehn Prozent gesunken. Die Krise belastet das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) durch sinkenden Absatz, geringere Margen und Forderungsausfälle mit 170 Millionen Euro.

DÜSSELDORF. Das Konzernergebnis im ersten Quartal sank um fünf Prozent, der um Sondereffekte bereinigte Überschuss um zwei Prozent. „Selbst in unserem sehr wetterfesten Geschäft gibt es handfeste Auswirkungen der Krise, auf die wir uns einstellen müssen“, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat gestern bei der Präsentation des Zwischenberichts.

Dabei gilt die Energiebranche traditionell als konjunkturresistent. Das Geschäft mit Strom und Gas reagiert mehr auf die Witterung als auf Wirtschaftswachstum oder -flaute. In dieser extremen Wirtschaftskrise ist das aber offenbar anders. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte jüngst erste Schätzungen veröffentlicht, nach denen der Strom- und Gasverbrauch in Deutschland im ersten Quartal um etwa fünf Prozent gesunken ist. Bei der Industrie liege der Rückgang sogar bei mehr als zehn Prozent.

„Die relativ große Stabilität der Energiebranche kann nicht darüber hinweg täuschen, dass auch die Energieunternehmen von der Krise erfasst werden“, sagte Bernotat. Auch in der Strom- und Gasversorgung stünden Einschnitte bei Umsatz, Gewinn und Investitionen auf der Tagesordnung – wenn auch wesentlich moderater als in anderen Branchen.

Der Düsseldorfer Konzern spürt die Probleme seiner Großkunden aus der Industrie, an die der Konzern ein Drittel absetzt. Viele Betriebe haben ihre Produktion gedrosselt oder teilweise ganz stillgelegt. In der Regel haben zwar die Kunden Abnahmeverpflichtungen und müssen Entschädigungen zahlen. Viele Kunden haben aber Zahlungsschwierigkeiten, zwei Großkunden sind sogar insolvent und in vielen Fällen drängen die Unternehmen auf Nachlässe. Eon hat zudem zusätzliche Mengen eingekauft, die sich jetzt nicht absetzen lassen und die der Konzern wieder verkaufen muss – zu deutlich niedrigeren Preisen.

Stabilisiert wird das Geschäft allerdings durch die Haushaltskunden und Stadtwerke, deren Gasverbrauch nur um zwei Prozent gesunken und deren Strombedarf sogar konstant geblieben ist. Sie federn damit den Absatzrückgang über alle Kundengruppen hinweg auf drei Prozent ab. In dieser Größenordnung dürfte er sich nach Bernotats Worten auch über das gesamte Jahr hinweg bewegen. Und die Belastung des Ebits dürfte in den kommenden Monaten geringer sein. Denn Eon hat bereits im ersten Quartal Vorsorge für die noch zu erwarteten Einbußen getroffen.

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