Versorger
Eon verkauft Thüga an Kommunen

Der Riesendeal ist perfekt: Eon hat die Stadtwerke-Holding Thüga an ein kommunales Konsortium verkauft. Zudem hat der Versorger heute Quartalszahlen vorgelegt. Und die runden einen gelungenen Tag für Eon noch mehr ab.

DÜSSELDORF. Mit dem Kauf der Eon-Tochter Thüga will ein kommunales Bündnis den deutschen Energiemarkt aufmischen. „Die Transaktion wird bei Vollzug nach Eon, RWE, EnBW und Vattenfall den fünftgrößten unabhängigen Energie- und Wasserversorger Deutschlands begründen“, erklärte einer der Partner, die Frankfurter Mainova. Die Unternehmen wollen ein schlagkräftiges Netzwerk schaffen, das Kosten senken und in Großprojekte investieren kann.

Nach monatelangen Verhandlungen einigte sich Eon gestern mit dem Erwerberkonsortium auf einen Kaufpreis von 2,9 Mrd. Euro. Die Regionalversorger Mainova, Stadtwerke Hannover und N-Ergie aus Nürnberg erwerben jeweils 20,75 Prozent. Die Gruppe Kom9 von 45 kleineren Stadtwerken um den Freiburger Regionalversorger Badenova übernimmt 37,75 Prozent. Die vier Gruppen wollen die Thüga aber gemeinsam führen. Noch müssen die Aufsichtsräte der Käufer endgültig zustimmen. Und auch das Bundeskartellamt wird die Transaktion ausführlich prüfen. Die Beteiligten rechnen aber noch in diesem Jahr mit einem Abschluss.

In der Thüga hat Eon rund 100 Minderheitsbeteiligungen an Kommunalversorgern gebündelt. Das Unternehmen bietet Energiedienstleistungen an, handelt mit Strom und Gas und kommt so auf einen Umsatz von 630 Mio. Euro. Reizvoll ist aber vor allem die Vertriebsmacht der Beteiligungen. Diese setzten zuletzt 16,4 Mrd. Euro um und versorgten 2,9 Mio. Gas- und 3,5 Mio. Stromkunden.

Allerdings wird die Gruppe nicht komplett übernommen. Die Beteiligungen an der Berliner Gasag, der hessischen Heag sowie den Stadtwerken Duisburg und Karlsruhe werden getrennt verkauft. Das resultiert aus Vorkaufsrechten.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht durch die Transaktion schon einen „Umbruch auf dem deutschen Energiemarkt“. Der Wettbewerb werde gestärkt, weil das Kartellamt die Marktmacht der vier Großkonzerne immer kritisiert habe. „Wir wollen gemeinsam wachsen“, sagte Badenova-Chef Thorsten Radensleben dem Handelsblatt. Gemeinsam könnten die Partner ihre Kräfte beim Energiehandel oder dem Materialeinkauf bündeln und auch kapitalintensive Investitionen stemmen – etwa in Kraftwerke oder erneuerbare Energien. Andererseits könnten sie ihre Kosten senken, in dem sie in gemeinsamen Servicegesellschaften der Thüga, beispielsweise im Abrechnungswesen, kooperierten. „Wir sind aber kein Konzern, sondern ein Verbund“, betonte Radensleben, „jeder kann vor Ort entscheiden, in welchen Bereichen er kooperieren will.“

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